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Mieter können auf Rückzahlung hoffen

Schleswig-Holstein Mieter können auf Rückzahlung hoffen

Die Betriebskosten-Abrechnung hält oft böse Überraschungen bereit. Dieses Jahr besteht aber für viele Mieter im Norden nach Einschätzung von Carsten Wendt vom Kieler Mieterverein eine begründete Hoffnung auf Rückzahlungen.

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Bei der Betriebskosten-Abrechnung besteht in diesem Jahr für viele Mieter im Norden nach Einschätzung von Carsten Wendt vom Kieler Mieterverein eine begründete Hoffnung auf Rückzahlungen.

Quelle: Ralf Hirschberger/ Archiv/ dpa

Kiel. Der Grund: Durch den milden Winter sei der Energieverbrauch niedriger als im Vorjahr ausgefallen.

 Nebenkosten für Heizen, Wasser und Abwasser, den Hausmeister oder die Müllabfuhr machen im Schnitt ein Viertel der Miete aus. Dafür, dass Wohnen zuletzt vielerorts so teurer wurde, sind sie aber nicht verantwortlich. Das zeigen die Ergebnisse aus dem aktuellen Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds für Schleswig-Holstein. Unterm Strich müssen Mieter demnach nämlich nicht deutlich mehr zahlen als in den vergangenen Jahren.

 Den Daten von 2013 zufolge summieren sich die Nebenkosten in Schleswig-Holstein im Schnitt auf 2,21 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche im Monat. Den Löwenanteil machen dabei die Heizkosten (1,27 Euro) und warmes Wasser (0,27 Euro) aus. „Rechnet man alle denkbaren Betriebskosten wie etwa für Gartenpflege oder Kabelfernsehen zusammen, kommt man auf einen Betrag von bis zu 3,30 Euro pro Quadratmeter im Monat“, erklärt Wendt. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung müssten beim Anfallen aller Betriebskostenarten 3168 Euro als „zweite Miete“ im Jahr aufgebracht werden.

 Während die Kosten für Heizung und Warmwasser nahezu gleich geblieben sind, fallen die Hauswartkosten mit durchschnittlich 0,20 Euro pro Quadratmeter etwa 18 Prozent höher aus als im Vorjahr. „Das liegt vor allem an der Lohnentwicklung“, weiß Alexander Blažek, Vorstandsvorsitzender von Haus und Grund Schleswig-Holstein. Auch die Gebäudereinigung sowie Wasser und Abwasser haben sich um 15 beziehungsweise zehn Prozent verteuert. Leichte Anstiege gibt es zudem bei der Grundsteuer, dem Allgemeinstrom, den Versicherungskosten sowie den Kosten für die Fernsehversorgung.

 Günstiger wurde hingegen die Straßenreinigung, bei der die durchschnittlichen Kosten um einen Cent pro Quadratmeter im Monat auf 0,03 Euro zurückgingen, sowie die Gartenpflege. Insgesamt hat die zweite Miete in Schleswig-Holstein um 0,10 Euro pro Quadratmeter im Monat im Vergleich zum Abrechnungsjahr 2012 zugenommen.

 „2014 dürfte aus Mietersicht wahrscheinlich ein gutes Abrechnungsjahr werden“, prognostiziert Wendt unter Vorbehalt. Wegen der deutlich wärmeren Wintermonate ist der Energieverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um 20 bis 25 Prozent gesunken. Gleiches gilt für die Energiepreise. Der Gaspreis sank um 0,1 Prozent, der für Fernwärme um 1,3 Prozent und der für Öl gar um 7,8 Prozent. „Diese Faktoren sollten sich günstig in den Betriebskostenabrechnungen für die Mieter widerspiegeln“, sagt Wendt.

 Blažek gibt jedoch zu bedenken: „Es ist zwar richtig, dass die Energiepreise gesunken sind. Aber anders als beim Mietspiegel muss beim Betriebskostenspiegel jeder Fall individuell betrachtet werden.“ Theoretisch sei es aber schon möglich, dass es aufgrund der gesunkenen Heizkosten in diesem Jahr zu Rückzahlungen an die Mieter komme. Allerdings dürfe man andere Kostenpunkte, wie beispielsweise die gestiegene Grundsteuer oder die Rauchmelderpflicht, nicht außer Acht lassen, so der Rechtsanwalt.

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Ein Artikel von
Jana Ohlhoff
Lokaldesk

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