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So macht man Gäste glücklich

Schleswig-Holstein So macht man Gäste glücklich

08/15-Hotels haben keine Zukunft. Und dennoch gibt es sie noch – überall in Deutschland. Das sagt der Kieler Hotel-Sachverständige Robert Cordes. Auch in Schleswig-Holstein werde das Potenzial im Tourismus noch längst nicht ausgeschöpft. Aber es gibt auch Gegenbeispiele.

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Das Hotel Strandkind in Pelzerhaken punktet mit Familienfreundlichkeit - Kinder können hier GPS-Nachtwanderungen und ihren eigenen Zirkus machen, Jugendliche ihre Youtube-Videos und Kajak-Touren oder einfach in der Teenie-Bude chillen.

Quelle: primo PR

Kiel. Robert Cordes ist in einer Pension in Schönberger Strand aufgewachsen. Heute ist der 60-Jährige als vereidigter Sachverständiger und Dozent unterwegs und mit der Cordes und Rieger Consulting GmbH auf die Beratung von Tourismusbetrieben spezialisiert. Gerade wurde das Unternehmen als bester Berater für den Mittelstand mit dem Top Consultant ausgezeichnet.

„Beim Tourismus gibt es noch viel Luft nach oben – gerade bei Urlaubern aus der Schweiz, Österreich, Skandinavien“, betont auch Ute Rieger (49), die mit Cordes die Beratungsfirma leitet. Denn Schleswig-Holstein werde zwei Megatrends gerecht: dem Bedürfnis nach Sicherheit und dem nach Gesundheit.

Die häufigsten Fehler? Erstens: zu langes Durchwurschteln. „Viele Betriebe suchen erst Beratung, wenn der Leidensdruck zu groß geworden ist oder wenn es die Bank von ihnen verlangt“, sagt Cordes. Zweiter Fehler: unzureichende Vorbereitung, vor allem für die Verhandlung mit Banken. Dass man mit fundierter Planung und stimmigem Konzept selbst skeptische Banker überzeugen kann, beweisen für Cordes etwa das "Anker's Hörn" auf der Hallig Langeneß, das "Sand" in Timmendorfer Strand und "Mein Inselhotel" auf Amrum.

Dritter Fehler: zu wenig Mut bei Hoteliers und Banken. „Viele Eigentümer schrecken vor einer kompletten Neuaufstellung zurück. Doch anders ist besser als besser“, betont Ute Rieger. Die Familie Iskra hat es gewagt und ihr Hotel in Pelzerhaken abgerissen. Ihr neues „Strandkind“, ein Holzbau mit nachhaltigem Konzept, ist jetzt ganz auf natur- und sportbegeisterte Familien ausgerichtet.

Für Cordes können Hotels nur mit Authentizität überzeugen. Wie „Das Kubatzki“ in St. Peter-Ording: Die Ausbildung der Chefin, einer ehemaligen Bankerin, als Yogi wurde zum Alleinstellungsmerkmal. In dem Yoga-Biohotel läuft einiges anders – nicht nur in der offenen Wohnküche, sondern auch mit dem Bekenntnis zu Klimaschutz (Stromtankstellen) und sozialer Verantwortung. „Der respektvolle Umgang auf Augenhöhe auch mit dem Personal ist heute ein wichtiger Erfolgsfaktor. Denn Gäste achten zunehmend darauf“, sagt Cordes.

Und dass es auch auf Nordstrand mit dem passenden Konzept klappen kann, beweise der "Pharisäerhof“ mit seinem „Urlaub frei Schnauze“ – ein Angebot speziell für „Hund und Mensch“. Großer Auslauf und Spa für die Fellnasen inklusive.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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