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Wölfe auf gefährlicher Brautschau

Schleswig-Holstein Wölfe auf gefährlicher Brautschau

Der Landesjagdverband rechnet damit, dass nach dem Unfalltod eines jungen Wolfes bei Ratzeburg noch weitere Jungtiere nach Schleswig-Holstein kommen. Grund ist die gegenwärtige Fortpflanzungszeit, die die Tiere auf Brautschau treibe.

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Von Januar bis März ist Paarungszeit bei den Wölfen.

Quelle: Wolf von Schenck

Flintbek. Die geschlechtsreifen jungen Rüden aus den Rudeln in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt würden in dieser Zeit einen ausgeprägten Wandertrieb entwickeln, während die Fähen eher in der Nähe des Elternrudels nach einem Partner Ausschau halten.  Mit 22 Monaten werden männliche Wölfe geschlechtsreif. Auf der Suche nach einer Partnerin und einem eigenen Revier können sie dann 70, 80 Kilometer in einer Nacht zurücklegen. So wanderte ein Wolf innerhalb weniger Monate von Deutschland bis nach Weißrussland.

Die oft unerfahrenen Wölfe überqueren dabei auch stark befahrene Straßen – wie der Wolf, der am Montag bei Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern überfahren wurde, und das Tier, das am selben Tag bei Ratzeburg auf der B207 einem Mann vor das Auto lief und sofort tot war. Dieser Wolf war allerdings nach Einschätzung von Wolfsexperte Norman Stier erst im Frühjahr 2016 geboren, also noch gar nicht geschlechtsreif.

29 Wolfsnachweise in Schleswig-Holstein

 Allein in Schleswig-Holstein starben damit bei Verkehrsunfällen fünf der streng geschützten Raubtiere. Seit 2007 gab es in Schleswig-Holstein 29 Wolfsnachweise. Das bedeutet aber nicht, dass es 29 verschiedene Wölfe waren. „Wie viele Wölfe in Schleswig-Holstein waren oder aktuell sind, weiß niemand. Bisher sind nur Einzeltiere nachgewiesen, die durchgewandert sind“, erklärt Martin Schmidt vom zuständigen Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume.

Um mehr Daten über die Wölfe zu erhalten, hat das Land ein Monitoring-Programm aufgelegt. Der Landesjagdverband ruft die Jäger auf, Hinweise auf Wölfe sofort über die Hotline des Landes zu melden, damit sie den strengen Vorgaben gemäß protokolliert werden können.

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