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Zahl der Hochbetagten wächst stark

Schleswig-Holstein Zahl der Hochbetagten wächst stark

Schleswig-Holsteins Bevölkerung wird immer älter. Die Generation 80 plus wird größer, der Pflegebedarf steigt. Kommunen stellt das nach Ansicht der Bertelsmann Stiftung vor große Herausforderungen.

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Die Zahl der Menschen über 80 Jahre nimmt in Schleswig-Holstein bis 2030 um fast 70 Prozent zu.

Quelle: dpa

Kiel. Die Zahl der Menschen über 80 Jahre nimmt in Schleswig-Holstein bis 2030 um fast 70 Prozent zu. Die Gruppe der Hochbetagten wächst von 145 610 im Jahr 2012 um 68,8 Prozent auf 245 800, wie aus einer Bevölkerungsprognose der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh hervorgeht. Damit verzeichnet Schleswig-Holstein neben Berlin den größten Anstieg.

Bundesweit wird die Zahl der über 80-Jährigen bis 2030 um 47,2 Prozent auf dann 6,3 Millionen steigen. Der höchste relative Zuwachs bei den Hochbetagten in Schleswig-Holstein steht Kropp (Kreis Schleswig-Flensburg) mit einem Plus von 197,5 Prozent bevor. Dies ist bundesweit der zweithöchste Anstieg in einer Kommune.

„Mit dem Anstieg dieser Altersgruppe vergrößert sich auch der Unterstützungs- und Pflegebedarf in den Kommunen“, erklärte Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. „Es droht die Gefahr von Versorgungslücken durch zu wenig Pflegekräfte.“

2030 wird die Hälfte der Bürger Schleswig-Holsteins den Angaben zufolge älter als 49,7 Jahre sein. 2012 betrug dieses sogenannte Medianalter noch 45,8 Jahre. Auch dieser Wert verändert sich den Berechnungen zufolge sehr unterschiedlich. Zu den „jüngsten“ Kommunen werden die Unistädte Kiel (42,9 Jahre) und Flensburg (43,3) gehören, zu den „ältesten“ Schönberg (Kreis Plön) mit einem Medianalter von 60,0 und Grömitz (Kreis Ostholstein) mit 62,1.

Insgesamt wird die Bevölkerung des nördlichsten Bundeslands nach der Prognose bis 2030 leicht um 10 000 Einwohner auf rund 2,82 Millionen wachsen — allerdings nicht gleichmäßig in allen Kommunen. So wachsen Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg), Glinde und Bargteheide (beide Kreis Stormarn) zwischen 11 und 25 Prozent; Osterrönfeld und Bordesholm (beide Kreis Rendsburg-Eckernförde) verlieren in den kommenden 15 Jahren rund zehn Prozent ihrer Einwohner.

Generell wachsen in Deutschland städtische Regionen weiterhin, während die Einwohnerzahlen im ländlichen Raum zurückgehen. Dies lässt sich auch am prognostizierten Wachstum der Stadtstaaten Berlin (+10,3 Prozent) und Hamburg (+7,5) ablesen. Die zentrale Herausforderung wird nach Ansicht der Stiftung sein, auch in einwohnerschwachen Regionen Mobilität sicherzustellen und schnelles Internet sowie eine angemessene Gesundheitsversorgung in erreichbarer Nähe zu gewährleisten.

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