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Zuwanderungsbeauftragter verteidigt Doppelpass

Nach Türkei-Referendum Zuwanderungsbeauftragter verteidigt Doppelpass

Der schleswig-holsteinische Zuwanderungsbeauftragte Stefan Schmidt hat den wegen des Abstimmungsverhaltens der Türken in Deutschland kritisierten Doppelpass verteidigt. Unterdessen forderte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) einen Generationenschnitt bei der Doppelstaats-Regelung.

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Der schleswig-holsteinische Zuwanderungsbeauftragte Stefan Schmidt verteidigt die Doppelpass-Regelung.

Quelle: Carsten Rehder/dpa (Archivbild)

Kiel. Das Votum für das autoritärere Staatssystem des türkischen Präsidenten  Erdogan dürfe nicht zu Lasten in Deutschland geborener Kinder von Ausländern gehen, forderte Stefan Schmidt, Beauftragter für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen in Schleswig-Holstein. Es sei „gar nicht bekannt und überprüfbar (...), ob die sogenannten Doppelstaatler überwiegend für die Entwicklung der Türkei hin zu einem autoritären Staat gestimmt haben oder dies überwiegend Menschen waren, die ausschließlich die türkische Staatsangehörigkeit haben“, argumentierte er. Laut vorläufigem Endergebnis votierten insgesamt 51,4 Prozent der Türken für die Verfassungsreform - in Deutschland waren es sogar 63,1 Prozent.
Junge Menschen mit zwei Staatsangehörigkeiten hierzulande, so Stefan Schmidt, hätten einen starken Bezug zu Deutschland und sollten „nicht gezwungen werden, sich für eine Staatsangehörigkeit zu entscheiden.“ Auch mit zwei Pässen könne man sich gegenüber dem deutschen Staat loyal verhalten.
Der Ausgang des Referendums dürfe nicht dazu genutzt werden, um Stimmung gegen Türkeistämmige in Deutschland zu machen, forderte er. Zuvor hatte AfD-Vize Alexander Gauland gesagt: „Dieses Referendum zeigt ganz klar, dass die doppelte Staatsbürgerschaft eine schlechte Idee ist.“

De Maizière für Generationenschnitt

Unterdessen sprach sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière für einen Generationenschnitt in dieser Frage aus. Die doppelte Staatsangehörigkeit müsse auch zukünftig die Ausnahme bleiben und dürfe nicht über Generationen nach und nach zum Regelfall werden, sagte der CDU-Politiker. „Ich finde es daher richtig, dass spätestens die zweite Generation nur noch die deutsche Staatsangehörigkeit erhält.“

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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