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So lockt nur der "echte Norden"

Tourismus in Schleswig-Holstein So lockt nur der "echte Norden"

Schleswig-Holstein will ab 2016 verstärkt um Feriengäste aus dem Ausland werben. Im Zentrum stehen die nächsten fünf Jahre zunächst Urlauber aus Dänemark, Österreich und der Schweiz, wo das Land schon jetzt über ein hohes Marktpotenzial verfügt.

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Attraktiv für Urlauber ist eine Fahrt von Schleuse zu Schleuse auf dem Nord-Ostsee-Kanal.

Quelle: Frank Behling

Kiel. In einem zweiten Schritt geht die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (Tash) auf Schweden, die Niederlande und Norwegen zu. 75 Prozent der ausländischen Gäste kommen aus den genannten sechs Ländern.

Man sollte die Exotik von Leuchttürmen, Wattenmeer und Backsteinarchitektur nicht unterschätzen, stellte Tash-Geschäftsführerin Andrea Gastager fest. Zwar könne man damit keinen Dänen hinterm Ofen hervorlocken – er interessiere sich vor allem für Kultur, Einkaufserlebnisse und demnächst auch wieder für Weihnachtsmärkte. „Aber gerade Österreichern wollen wir versteckte Orte zeigen, die im Süden kaum einer kennt. Denn die sind absolut großartig.“ Als Beispiel für diese „Hidden Places“ nannte Gastager den Schaalsee im Herzogtum Lauenburg, die Schlei-Region, Angeln und die Insel Helgoland, die sich als Ausgangspunkt für Erkundungen von Offshore-Parks anbiete. Attraktiv sei auch eine Fahrt von Schleuse zu Schleuse auf dem Nord-Ostsee-Kanal.

Meyer: "Noch Luft nach oben"

Bis zum Jahr 2020 will die Tash die Anzahl der Übernachtungen von ausländischen Gästen um etwa ein Viertel auf 2,5 Millionen steigern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zählte das Land 2014 einen Rekordwert von 1,9 Millionen Übernachtungen von Ausländern in hiesigen Hotels und Pensionen sowie auf Campingplätzen. „Das steigende Interesse ausländischer Gäste an unserem Land bietet uns große Wachstumschancen“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Aber: „Da besteht noch Luft nach oben.“ Um die ehrgeizigen Ziele der Tourismusstrategie 2025 zu erreichen, sei das neue Konzept der Tash ganz wichtig. Bis dahin will Schleswig-Holstein seine Übernachtungen insgesamt auf 30 Millionen steigern, den touristischen Bruttoumsatz um 30 Prozent nach oben schrauben und – nach Meinung der Tash-Geschäftsführerin Gastager ist dieser Punkt das schwierigste Ziel – bundesweit von Platz 7 unter die Top 3 der Länder mit der höchsten Gästezufriedenheit klettern.

Land stockt Tourismusförderung auf

Im Vergleich zu den anderen Bundesländern sieht Schleswig-Holstein noch reichlich blass aus. Bei den Auslandsgästen liegt man nur auf Platz 13 – im westdeutschen Vergleich sogar auf dem letzten Platz. Das weltweit glitzernde Hamburg mit seinen 25 Prozent Auslandsgästen, den Kreuzfahrttouristen und der Olympiabewerbung ist für die Kieler Strategie deshalb enorm wichtig – und der Verbund norddeutscher Küstenländer mindestens ebenso. Lederhosen und Kuckucksuhren? „Wir wollen zeigen, dass Deutschland mehr ist als München, Heidelberg und Köln“, sagte Gastager. Minister Meyer unterstrich, dass er die Zuständigkeit für Schleswig-Holsteins Auslandsmarketing künftig klar bei der Tash sehe. Daran müssten sich alle anderen Akteure halten. Für das nächste Jahr stockt das Land seine Unterstützung um 200 000 Euro auf. „Das kann nicht Ende der Fahnenstange sein.“

Die Tash will nun den „echten Norden“ auf Messen und Workshops in Zürich, Wien und in Dänemark promoten. Die Internetseite (www.sh-tourismus.de) wird ins Englische übersetzt, die Präsenz auf dem Portal der Deutschen Zentrale Tourismus auch ins Dänische und Niederländische. Darüber hinaus setzt man verstärkt auf Online-Marketing: 190 000 Euro stehen dafür im nächsten Jahr zur Verfügung. Mit Hilfe von Partnern will man das auf 350000 Euro steigern.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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