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Auto entgeht nur knapp ICE

Schranke offen Auto entgeht nur knapp ICE

Das war knapp: Weil die Schranken trotz eines heranrasenden Zuges offen blieben, wäre es am Dienstag am Bahnübergang Quarnstedter Straße bei Kellinghusen (Kreis Steinburg) fast zu einer Katastrophe gekommen. Ein 60-jähriger Autofahrer hatte den Bahnübergang gerade überquert, als ein ICE vorbeiraste.

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In voller Fahrt: Am Bahnübergang Quarnstedter Straße wurde versäumt, die Gleise vor einem herannahenden ICE zu sichern.

Quelle: Wolfgang Thieme/dpa (Symbolbild)

Kellinghusen. Der Mann war so schockiert, dass er sofort die Bundespolizei alarmierte. Die ermittelt jetzt gegen einen Bahnübergangsposten, der es offensichtlich versäumt hat, die Schranken auf der Bahnstrecke Hamburg – Kiel rechtzeitig zu schließen. Der 21-Jährige arbeitet bei einer Fremdfirma und wurde bereits von seinen Pflichten entbunden.

Mit dem Fahrdienstleiter und dem Lokführer wollen die Ermittler ebenso sprechen wie mit dem Bahnübergangsposten, der gleich nach dem Vorfall abgelöst wurde. Anschließend werden alle Aussagen geprüft. „Es steht eine Pflichtverletzung des 21-Jährigen im Raum. Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen Gefährdung im Bahnverkehr“, erklärte Hanspeter Schwartz, Sprecher der Bahnpolizei. Dass Bahnüberwachungsposten die Schranken bedienen, ist nicht ungewöhnlich. „Dieses Personal wird eingesetzt, wenn beispielsweise ein Übergang länger ausfällt oder auf der Strecke gearbeitet wird“, sagte Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst. Im Regelfall funktioniert das so: „Der Fahrdienstleiter informiert den Posten über die Zugfahrt mit einer Zugmeldung, die er dokumentiert. Danach sichert der Posten den Bahnübergang, an dem er direkt steht. Entweder lässt er die Schranken hinunter oder er hat eine faltbare Schranke dabei“, erklärte Brunkhorst.

Da gegen den Mann ermittelt wird, wollte die Sprecherin sich zu einem möglichen Versäumnis nicht äußern. Der 21-Jährige ist kein Mitarbeiter der Deutschen Bahn. „Wir kaufen die Leistung in der Regel bei einer Fremdfirma ein und achten darauf, dass das Personal fachkundig ist und ein Ausbildungszeugnis vorliegt“, sagte sie. Geregelt sei ebenso, dass das Wissen regelmäßig überprüft werde. Die Gleisbauarbeiten auf der Strecke zwischen Wrist und Brokstedt werden noch bis zum 17. Juni dauern. Bis dahin sichern Posten die Übergänge.

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Günter Schellhase
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