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Gemeinsam durch Wind und Wasser

Schüler-Segeln Gemeinsam durch Wind und Wasser

Der Himmel liegt grau und schwer über der kabbeligen Ostsee. Im Olympiahafen Schilksee neigt sich die Segelsaison langsam dem Ende zu. Doch am Fahnenbaum im Zentrum des Hafens geht es am Mittwochmorgen sehr lebendig zu. Etwa 100 Schüler aus ganz Schleswig-Holstein sind angereist, um den „Team Acht Schüler Segeln Schleswig-Holstein-Cup“ auszusegeln.

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Peter Beckmann (Mitte) weist die Steuermänner ein. Lotta und Jamal mit Lehrer Manfred Roers hören aufmerksam zu.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. In zehn Teams treten Kinder von acht Schulen gegeneinander an. „Das ist kein Regen, sondern erhöhte Luftfeuchtigkeit“, ruft der erste Vorsitzende des Vereins „Schüler Segeln Schleswig-Holstein“ Klaus Karpen zur Begrüßung und lächelt in die Runde. Die Jugendlichen, die für den Schülercup nach Kiel gekommen sind, grinsen zurück. Sie sind in erster Linie mit ihrer Aufregung beschäftigt, schließlich wollen sie gleich aufs Wasser, um in einer Regatta gegeneinander anzutreten.

 Das jüngste Team kommt von der Waldorfschule in Rendsburg. Mit Lehrer Manfred Roers haben sich die Fünft- bis Achtklässler im Sommer jede Woche auf dem Wasser rumgetrieben und können es nun gar nicht erwarten, endlich in See zu stechen. Sie müssen noch schnell klären, wer eigentlich der Skipper ist. Niemand will alleine bestimmen, also machen Lotta und Jamal den Job gemeinsam und gehen zur Steuermannbesprechung. Dort erklärt Peter Beckmann noch mal genau, wie die Boote starten und welche Manöver gefragt sind. Lotta und Jamal hoffen, dass sie alles richtig verstanden haben, laufen zu ihrem Boot und schlüpfen in die Schwimmwesten, damit es endlich losgehen kann.

 Den Verein „Schüler Segeln Schleswig-Holstein“ gibt es seit 2003. „Damals hatte sich Kiel schon einmal für Olympia als Segelstandort beworben und wir wollten mit dem Projekt das maritime Bewusstsein bereits an den Schulen wecken“, sagt Klaus Karpen, der damals den Sportwissenschaftler Robin Kähler als Mitstreiter hatte. Die Auseinandersetzung mit den Kräften Wasser und Wind, der Umsetzung in Energie, das sei schließlich Physik pur und wie gemacht für den Schulunterricht, so Karpen.

 Damit die Kinder möglichst sicher segeln, hat die Fachhochschule Kiel in Kooperation mit einer Werft vor Ort ein unsinkbares Boot – das „Team Acht“ – konstruiert, auf dem acht Schüler mit ihrem Lehrer gemeinsam aufs Wasser gehen können. Rund 50000 Euro kostet eines der Sportgeräte. Neun Boote hat der Verein bereits angeschafft, alle finanziert mit Spendengeldern. „Wir stellen die Boote den Segel AGs der Schulen zur Verfügung und die Schulen müssen für den Unterhalt aufkommen“, so Karpen. So lernten in den vergangenen Jahren in 20 Partnerschulen mehr als 10000 Kinder segeln.

 Zwei Boote des Vereins liegen in Wedel und Lehrer Peter Wessel hat diese mit seinen Schülern extra für die Regatta 70 Kilometer die Elbe hoch und durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Kiel gesegelt. Unter seinen Schülern kann er Jahr für Jahr das Feuer für den Wassersport entfachen und freut sich, wenn in seinem Kader Talente wie den 49er-Segler Jacob Claasen mitsegeln. „Für die richtig guten Segler ist das Team-Acht-Boot vor allen Dingen wegen des Teamgedankens reizvoll“, weiß Wessel. Eine seiner zwei Mannschaften belegt am Ende auch den ersten Platz.

 Der Teamgedanke zählt auch bei den Rendsburgern. Die jungen Schüler auf ihrer „Eiderente“ segeln den anderen Booten fast aussichtslos hinterher. Ihnen fehlt ein wenig Gewicht, um richtig gut am Wind zu fahren. Die Stimmung ist trotzdem gut. „Der Wind in den Haaren ist prima und man gleitet so schön“, sind sie sich einig. Auch die „erhöhte Luftfeuchtigkeit“ hält sich zurück und die Schüler bleiben von oben wie von unten trocken.

 „Die Regatta ist für die Schüler ein tolles Erlebnis“, resümiert Manfred Roers und wird den Winter mit den Schülern nutzen, um Knoten zu üben, Theorie zu pauken und einen kleinen Opti zu bauen. So können die Schüler nach dem Winter fit und mit viel Motivation in die nächste Segelsaison starten. Wer weiß, welchen Platz die Rendsburger im kommenden Jahr beim Cup belegen.

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