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Schüler helfen Leben Zum Arbeiten in den Kindergarten

Schwitzen statt Büffeln. Rund 85000 Schüler gingen am Sozialen Tag nicht zur Schule, sondern zur Arbeit. Nach Angaben der Organisation „Schüler helfen leben“ beteiligten sich bundesweit 740 Schulen, allein in Schleswig-Holstein waren es 270.

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Eine ganze Ecke ist jetzt unkrautfrei, freuen sich Agatha, Emilia, und Sofia über die Hilfe der Schülerinnen Isabelle, Bente Antonia und Anne.

Quelle: Sonja Paar

Neumünster.  Im Norden gab es allerdings auch den größten Frust. Ein Erlass aus dem Bildungsministerium, der arbeitende Schüler schützen soll, stellte Schüler, Eltern und Lehrer vor Probleme. 14 Schulen meldeten ihre Teilnahme ab. Andere suchten ganz neue Wege – und landeten beispielsweise im Awo-Kinderhaus Suchsdorf. Dort war gestern die komplette 6d des Gymnasiums Kronshagen zu Gast, um einen Vormittag lang Geld für notleidende Kinder in Krisengebieten wie dem Balkan und in Jordanien zu verdienen.

Am Gymnasium hatte sich die Schülervertretung dafür stark gemacht, dass die Idee des Sozialen Tages nicht verloren geht. „Wir haben dann eben einen anderen Weg gesucht, um uns daran zu beteiligen“, erzählte Lehrerin Carina Beese. Nachdem den Schülern das Arbeiten in den Betrieben nicht mehr gestattet war, blieben für den Tag nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder verdienen die Schüler im häuslichen Umfeld oder in einer Schulaktion das Geld. Partner für den Tag waren schnell gefunden. Seniorenheime, der botanische Garten, das Schauspielhaus – alle wollten die Idee unterstützen. „Letztlich wollten wir aber gern, dass die Schüler das Projekt selbst organisieren“, so Beese.

Das funktionierte, wie die Leiterin der Suchsdorfer Kindertagesstätte, Margarete Meinlschmidt, erklärte: „Eines Tages standen vier ehemalige Awo-Kindergartenkinder vor der Tür und fragten, ob sie hier arbeiten dürfen. Gerne, hab ich gesagt. Und dann rückten sie damit raus, dass sie mit 29 Kindern aus ihrer Klasse vorbeikommen wollen.“ Das sei eine logistische Herausforderung gewesen. „Ich habe gehofft, dass das Wetter gut bleibt, um auch draußen Aktivitäten anbieten zu können.“

Bezahlen konnte die Awo den Einsatz der Kinder natürlich nicht. „Die Eltern spenden nun für die Zeit, die ihre Kinder hier helfen. Das Projekt müsste nun eigentlich heißen: Eltern und Schüler helfen Leben“, findet Carina Beese. Und auch ihr Kollege Christoph Köthe bedauert es, dass eine soziale Idee durch die Vorschriften gefährdet ist. „Wir versuchen das Beste draus zu machen, auch wenn wir Lehrer jetzt auf einmal in der Aktion mit drin hängen. Letztlich muss man aber sagen, der Sinn, dass Schüler sich selbstständig Arbeit suchen und etwas Neues kennenlernen, durch die neuen Vorschriften flöten gegangen ist“, so Beese.

Auch wenn ihre Eltern nun für das soziale Engagement im Awo-Kinderhaus zahlen werden. Die Schüler der 6d hatten mächtig viel Spaß, Kindergartenkinder zu schminken, Unkraut zu zupfen und ein Piratenschiff zu bauen. Am Ende des Vormittags wären alle gerne noch länger geblieben und viele Schüler haben nun auch ein neues Berufsziel. Sie wollen gerne Erzieher werden.

Die Bilanz stimmt auch aus Sicht von „Schüler helfen leben“. Die Veranstalter rechnen mit eine Spendensumme von rund 1,6 Millionen Euro.

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