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Schwimmen will gelernt sein

Benefiz-Flohmarkt von "KN-hilft" Schwimmen will gelernt sein

Laura hat es geschafft. Sie hat ihr Seepferdchen. So wie Ailar, Dennis, Leon und Erijon. Sie haben als erste Kinder einen von vier Schwimmkursen erfolgreich abgeschlossen, welche durch einen Benefiz-Flohmarkt von KN-Mitarbeitern im April zustande gekommen sind.

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„Zusammen schwimmen lernen macht mehr Spass“, finden diese Kinder aus dem ersten Schwimmkurs.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Die Schwimmkurse zeigen, wie schwierig das Schwimmenlernen heute für viele Kinder an der Küste ist. Es sind die Großen, die sich an diesem Nachmittag im Lehrschwimmbecken der Max-Planck-Schule als erste an die Seepferdchen-Prüfung wagen. Ein Sprung ins Wasser, 25 Meter Brustschwimmen, dann einen Ring vom Boden des Beckens holen – Dennis schafft es und verkündet stolz: „Ich kann schwimmen, jetzt will ich Bronze machen.“ Das Seepferdchen ist nur der allererste Schritt. „Mit dem Seepferdchen kann man sich über Wasser halten, ist aber noch weit entfernt vom sicheren Schwimmen“, sagt Schwimmlehrerin Ulrike Oberbeck. „Dennoch ist diese Prüfung nach zehn Schwimmstunden noch für einige Kinder zu schwierig. Nicht alle Kinder schaffen das auf Anhieb.“

Jedes zweite Kind kann nicht schwimmen

Oft dauert es sehr lange, ehe die Kinder die Angst vor dem Wasser verlieren. Auch die Koordination der Schwimmbewegungen macht Probleme. „Beim Brustschwimmen müssen Arme und Beine zwei unterschiedliche Bewegungen zusammenbringen. Das dauert zum Teil recht lange, bevor Kinder das können“, erklärt Tom Nehls, Rettungsschwimmer bei der DRK-Wasserwacht und zweiter Schwimmlehrer in dem Kurs. Nehls sieht mit Sorge, dass selbst im Küstenland Schleswig-Holstein immer weniger Menschen das Schwimmen beherrschen. 2015 sind bundesweit 488 Menschen ertrunken – 25 Prozent mehr als 2014. 673 Personen waren zudem in einer bedrohlichen Lage, konnten aber von Rettungsschwimmern gerettet werden. In Schleswig-Holstein kamen 17 Menschen beim Baden zu Tode. Das größte Risiko besteht an unbewachten Binnenseen.

Jedes zweite Kind kann am Ende der Grundschulzeit nicht sicher schwimmen. Ein Ausflug zum Strand oder See werde schnell zu einem lebensgefährlichen Risiko, zumal auch viele Eltern nicht schwimmen können, so Nehls. „Als Student erlebe ich das in der Uni-Schwimmhalle – dort gibt es einen großen Andrang bei den Schwimmkursen für Erwachsene.“ Ist zudem das Geld knapp, bleibt das Schwimmenlernen schnell auf der Strecke.

Sieben ehrenamtliche KN-Mitarbeiter

Genau für diese Kinder sind die Kurse gedacht, die von „KN hilft“ finanziert werden. Dahinter verbirgt sich eine Gruppe von sieben KN-Mitarbeitern, die sich ehrenamtlich sozial engagieren. Sie hatten mit anderen Kollegen Nützliches, Lesenswertes und Kurioses gespendet, beim Benefiz-Flohmarkt am 3. April verkauft und den Erlös von 2400 Euro für die Schwimmkurse gespendet. Der DRK-Kreisverband führt mit diesem Geld das Schwimmtraining gezielt für Kinder durch, die sonst keine Chance auf einen solchen Kurs hätten.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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