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Seeadler: Gesamte Familie ausgelöscht

Schleswig-Holstein Seeadler: Gesamte Familie ausgelöscht

Erstmals ist offenbar eine gesamte Seeadlerfamilie in Schleswig-Holstein ausgelöscht worden. Nachdem Vater und beide Jungadler vor einigen Tagen mit Vergiftungssymptomen bei St. Michaelisdonn entdeckt worden waren, wurde  nun auch das Weibchen tot aufgefunden.

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Erstmals ist offenbar eine gesamte Seeadlerfamilie in Schleswig-Holstein ausgelöscht worden. Nachdem Vater und beide Jungadler vor einigen Tagen mit Vergiftungssymptomen bei St. Michaelisdonn entdeckt worden waren, wurde  nun auch das Weibchen tot aufgefunden.

Quelle: Uwe Peterson

St. Michaelisdonn. Der Jagdpächter im Revier Frested bei St. Michaelisdonn  hatte kürzlich zusammen mit einem Vogelschützer das tote Männchen unter dem Horst und die beiden toten, fast flüggen Jungvögel  in dem Horst entdeckt. Als diese geborgen wurden, fand man neben ihnen auch das Hinterbein eines Ferkels.  

„Von allein ist das sicherlich nicht in den Horst geflogen“, sagte Vogelschützer Uwe Peterson, der bei der Bergung dabei war.  Die drei toten Vögel und das Ferkelbein sind inzwischen zur Untersuchung in das Leibnizinstitut für Zoo- und Wildtierforschung  transportiert worden, um die Todesursache endgültig zu klären. Doch weil man an den Vögeln typische Vergiftungssymptome fand, befürchteten die Finder, dass auch das Weibchen Opfer eines Giftanschlags geworden sein könnte.

Der Jagdpächter machte sich daher an einem der nächsten Tage auf die Suche und fand das Weibchen etwa 15 Meter vom Horst entfernt verendet auf dem Boden. Und auch hier waren  Symptome, die auf eine Vergiftung deuten, zu erkennen: „Das Tier hatte den Schnabel nur leicht geöffnet, aber die Zunge ungewöhnlich weit herausgestreckt. Außerdem waren die Fänge verkrampft und mit Erde gefüllt“, berichtet Uwe Peterson, „somit ist die gesamte Seeadlerfamilie ausgelöscht worden. So etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Der tote Seeadler ist von der Projektgruppe Seeadlerschutz zur Untersuchung an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin überführt worden.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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