16 ° / 13 ° Sprühregen

Navigation:
Neue „Berlin“ nimmt Formen an

Seenotrettung Neue „Berlin“ nimmt Formen an

30 Jahre ist der Rettungskreuzer „Berlin“ an der Station in Laboe. Jetzt bekommt das wohl bekannteste Schiff der Seenotretter eine Nachfolgerin. Bei der Fassmer Werft erfolgt am Mittwoch die Kiellegung für die neue „Berlin“. Das Schiff soll in einem Jahr an die Förde kommen und hier nach einer Erprobung von der Mannschaft um Vormann Michael Müller übernommen werden.

Voriger Artikel
Sohn vor U-Bahn gestoßen: Mutter verliert Sorgerecht
Nächster Artikel
Vierer-Diebesbande auf frischer Tat ertappt

Die neue "Berlin" wird an der Weser gebaut.

Quelle: Frank Behling

Bremen. Bis dahin wird der Rumpf jetzt in der Schiffbauhalle an der Weser montiert. Als symbolischen Akt der Kiellegung brachten zwei Seglerinnen des Berliner Vereins Seglerhaus am Wannsee 1867 eine Gedenkmedaille der Stadt Berlin am Schott zum Maschinenraum an. Steuerfrau Annika Bochmann und Vorschoterin Marlene Steinherr wünschten Schiff, Besatzung und Werft viel Erfolg. 

Das Duo trainiert auf der Kieler Förde für die Teilnahme an Olympia 2016 in Rio de Janeiro. "Es ist es ein gutes Gefühl wenn wir auf der Kieler Förde trainieren und dabei die 'Berlin' sehen", sagte Steinherr. "Wir sind so oft an der Ostsee, deshalb kennen wir die Arbeit der Seenotretter auch und unterstützen sie gern", so Bochmann.

Der Neubau wird mit knapp 28 Metern und einer Verdrängung von 120 Tonnen etwas größer als die 1985 gebaute „Berlin“. Die Vorgängeri ist 27,5 Meter lang und verdrängt 103 Tonnen. Der Zugewinn an Größe soll die Besatzung bei der täglichen Arbeit zugute kommen. 

Eine Veränderung gibt es auch bei der Ausstattung. Die neue „Berlin“  hat mehr Kraft im Maschinenraum: Im Neubau stehen zwei 16-Zylinder V-Motoren mit 3916 PS im Maschinenraum. Die 1985 gebaute Vorgängerin hat zwar drei MTU-Dieselmotoren, die jedoch aufgrund der schlanken Bauweise deutlich kleiner sind und so nur auf 3292 PS kommen. Bei der Höchstgeschwindigkeit soll der Neubau laut Angaben der Seenotretter später auch auf 24 Knoten kommen. Die Vorgängerin schaffte laut Datenblatt 23 Knoten. Eine Sache bleibt auch gleich: Der Neubau wird ein Tochterboot mit dem Namen „Steppke“ bekommen. 

Bei der neuen „Berlin“ ist die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger von ihrer Tradition abgewichen. Sie hat den Namen bereits vor der Indienststellung veröffentlicht. Dies ist ein Bekenntnis zur Patenstadt. Die Bundeshauptstadt hat zu ihren schwimmenden Paten stets einen guten Kontakt gepflegt. Für den Bau des Kreuzers wird im kommenden Jahr eine Spendenaktion in Berlin geplant. Die rund zehn Millionen Euro für den Neubau finanzieren die Seenotretter ausschließlich aus Spenden und Zuwendungen. 

Die Kiellegung der neuen „Berlin“ erfolgte am Mittwoch  fast an dem selben Ort wie bei der Vorgängerin. Sie war auf der LürssenWerft gebaut worden,  die sich nur wenige hundert 

Meter weseraufwärts befindet. Die Fassmer Werft hat den Wettbewerb für die neue "Berlin" jedoch für sich entschieden. Die Werft hat bereits das Schwesterschiff „Ernst Meier-Hedde“ gebaut und im Mai abgeliefert. Dieser Kreuzer ist jetzt auf Amrum stationiert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3