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So wird sich das Klima im Land verändern

Ausblick So wird sich das Klima im Land verändern

Schleswig-Holstein wird in den nächsten Jahrzehnten wärmer. Und es wird mehr regnen. Zu dieser Prognose kommt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Am Montag präsentierte Vizepräsident Paul Becker den ersten Klimareport für den Norden.

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Wie haben sich Temperaturen, Niederschläge und Meeresspiegel verändert? Umweltminister Robert Habeck (Grüne) stellte den neuen Klimabericht für Schleswig-Holstein vor.

Quelle: Carsten Rehder

Kiel. „Der Klimawandel ist auch in Schleswig-Holstein in vollem Gange, und nahezu jeder Lebensbereich ist betroffen“, sagte Becker und stellte in der Landespressekonferenz eine Preisfrage: Mit welcher Stadt wäre Kiel im Jahr 2100 klimatisch vergleichbar, wenn die Weltgemeinschaft ihren CO2-Außstoß nicht schleunigst reduziert? Und mit welcher Stadt, falls dies doch gelingen sollte?

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) betonte, dass dem Klimareport in dreierlei Hinsicht große Bedeutung zukomme: „Er fasst eigenes Erleben in Daten, Grafiken und Fakten. Er liefert Prognosen, auf die wir im Ministerium für unsere Entscheidungen angewiesen sind - von der Deichhöhe bis zur Strategie zum Nationalpark Wattenmeer.“ Am wichtigsten aber sei die politische Dimension.

Je nach Szenario wird es in Schleswig-Holstein in den nächsten 100 Jahren mindestens ein bis mehr als vier Grad wärmer. Letzteres sei bei einem weiteren Wirtschaftswachstum mit dem Verbrauch fossiler Ressourcen und weiterhin hohen Treibgasemissionen nur allzu realistisch, hieß es. Mit dem Temperaturanstieg sei eine Zunahme der jährlichen Niederschlagsmengen verbunden. Die Anzahl von Starkregenfällen mit mindestens zehn Litern pro Quadratmeter werde sich erhöhen. Gletscherschmelze, beschleunigter Anstieg des Meeresspiegels. Dithmarschen und Nordfriesland wären besonders betroffen. Insofern setze das Land insbesondere auf den Ausbau von Deichen.

Matthias Hoppe-Kossak, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, wies darauf hin, dass Schleswig-Holsteins Frühling aufgrund des Klimawandels inzwischen zweieinhalb Wochen früher als noch vor wenigen Jahrzehnten beginnt. Indikator sei die Haselblüte.

DWD-Vizechef Becker löste sein Städte-Rätsel schließlich auf. Kiel würde im Jahr 2100 im schlechtesten Fall klimatisch mit dem südfranzösischen Gourdon vergleichbar sein: Die Region liegt in den Seealpen bei Grasse. Sollten die Klimaziele dagegen tatsächlich erfüllt werden, wäre der Unterschied harmlos: Lingen an der Ems.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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