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Schüler arbeiten für Flüchtlinge

Sozialer Tag Schüler arbeiten für Flüchtlinge

Fliesen legen statt Texte lesen, hieß es für Louis Wedemann am Sozialen Tag. Er tauschte den Klassenraum der Gemeinschaftsschule Schönberg gegen eine Baustelle in Kiel.

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Louis (r.) hilft seinem Vater Kay Stefan Wedemann beim Fliesenlegen. Das Geld, das er an diesem Tag verdient, spendet der 13-Jährige.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Bei der Aktion „Schüler helfen Leben“ assistierte der 13-Jährige seinem Vater Kay Stefan Wedemann und seinem Bruder Dennis bei der Arbeit. Das so verdiente Geld spendet der Schüler für Hilfsprojekte. Der Neumünsteraner Verein „Schüler helfen Leben“ veranstaltet den Sozialen Tag, um Projekte im ehemaligen Jugoslawien und Jordanien zu unterstützen. Als der Verein 1992 gegründet wurde, wollten Schüler Gleichaltrigen im Balkankonfliktgebiet helfen. In ganz Deutschland beteiligten sich etwa 700 Schulen mit rund 80000 Schülern am Sozialen Tag, aus Schleswig-Holstein machten 243 Schulen mit. Das sind 30 Lehrstätten weniger als im vergangenen Jahr, jedoch können Schulen auch individuell einen eigenen Sozialen Tag veranstalten, sodass bis Jahresende die Zahl der teilnehmenden Schulen noch etwas steigen kann.

Die geschätzten 1,5 Millionen Euro, die von den Schülern erarbeitet werden, kommen in diesem Jahr dem Frauenprojekt „Women’s Network: Gewalt ist keine Lösung“ in Albanien und einem Programm für syrische Flüchtlingskinder in Jordanien zugute. Die einzelnen Arbeitsschritte kennt Louis bereits, er war schon öfter mit seinem Vater unterwegs, um ihm über die Schulter zu schauen. Abdichten, Drainage-Schicht unterlegen, Fliesen schneiden. Das Familientrio fliest einen Balkon, Louis reicht seinem Vater die Platten. „Ich kann mir schon vorstellen, das mal zu arbeiten, man kann damit Räume verschönern“, erzählt der Siebtklässler. Aber eigentlich möchte er lieber mal Maschinenbau studieren. Sich beim Sozialen Tag zu engagieren, ist auch Vater Wedemann wichtig. „Unseren Kindern geht es gut, da kann man sich gar nicht genug für andere einsetzen“, sagt der Fliesenleger. Bis zum Nachmittag hilft er seinen Jungs. „Ein ganzer Tag ist schon ziemlich anstrengend, wenn man was tragen muss zum Beispiel.“

Die Rolle der persönlichen Referentin des Ministerpräsidenten Torsten Albig nahm die Schülerin Janina Stiel am Donnerstag ein. „Es war sehr interessant, auch mit ihm zu sprechen“, erzählt sie am Nachmittag. „Ich habe ihm geholfen, sich zu organisieren und seine Sachen zu tragen.“ Neben dem wohltätigen Zweck hat Janina einen Einblick in die Tätigkeit einer Referentin erhalten. Ob dieser Job eine Berufsperspektive für sie ist, wird sich noch zeigen, nach den Ferien kommt sie erst einmal in die elfte Klasse. Wie viel Geld Albig dem Verein „Schüler helfen Leben“für ihre Unterstützung spendet, hat er ihr nicht verraten.

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