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Ex-TV-Millionär hat kein Geld für Möbel

Sozialfall Ex-TV-Millionär hat kein Geld für Möbel

Einst war Andreas Müller reich. Doch jetzt lebt der ehemalige TV-Millionär mit seinem Sohn in einer Kieler Sozialwohnung – Geld für Möbel hat er nicht. Denn die Stadt verweigert ihm Geld für eine Erstausstattung.

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Früher schritt er über rote Teppiche, jetzt lebt er in einer Sozialwohnung: der Ex-TV-Millionär Andreas Müller.

Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer

Kiel.. Der ehemalige TV-Millionär Andreas Müller (56) und sein zwölfjähriger Sohn sind nicht mehr obdachlos. Am vergangenen Freitag haben sie im Kieler Stadtteil Gaarden eine Zwei-Zimmer-Wohnung bezogen. Doch es gibt neue Probleme: Die beiden haben keine Möbel und keinen Hausrat. Weder Stuhl, Tisch noch Schrank, nur zwei Matratzen vom Sperrmüll und ein geliehener Flachbildfernseher füllen die beiden Räume. „Das Jobcenter lehnt eine Erstausstattung ab, dabei steht sie uns rechtlich zu“, sagt der alleinerziehende Vater.

Nach einem fast dreimonatigen Rechtsstreit hatte das Landessozialgericht – wie berichtet – in einer einstweiligen Anordnung das Jobcenter verpflichtet, Andreas Müller und seinem Sohn die üblichen Hartz-IV-Leistungen zum Lebensunterhalt und für die Unterkunft zu zahlen. Prompt wies ihm die Stadtverwaltung eine renovierte Wohnung zu. Doch Müller, der sich und sein Luxusleben vor einigen Jahren unter anderem in der RTL-2-Serie „Schikeria Deluxe“ inszenierte, sieht sich noch nicht genügend versorgt: „Das Jobcenter hat meinem Antrag auf Bett mit Matratze nicht entsprochen, so dass wir heute Abend auf dem nackten Fußboden schlafen müssen“, befürchtete er noch am Freitag. Doch so weit kam es schließlich nicht. Denn mithilfe von Flüchtlingen habe er sich zwei Matratzen vom Sperrmüll besorgt.

Beim Jobcenter hat Müller eine komplette Erstausstattung in Form einer Liste mit Einzelgegenständen beantragt. „Diese Liste entspricht dem, was Sozialhilfeempfängern zusteht“, sagt er. Der Gesamtwert der von ihm beantragten Möbel und Haushaltsgegenstände beträgt 2610 Euro.

Das Jobcenter will sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht zu dem Fall äußern. Aus einer Vereinbarung zwischen der Stadt Kiel und dem Jobcenter über konkrete Leistungen nach dem SGB II geht jedoch hervor, dass Müllers Antrag so nie bewilligt wird. Denn die in Kiel gezahlten Pauschalen für Erstausstattungen liegen unter seinen Vorstellungen. Für einen Zweipersonenhaushalt stünden ihm maximal 1200 Euro zur Verfügung.

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