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Sonne satt, Freibäder geschlossen

Spätsommer Sonne satt, Freibäder geschlossen

Der meteorologische Herbst hat zwar längst begonnen. So sonnig wie in den vergangenen Tagen war es allerdings den ganzen Sommer nicht. Pech nur, dass die Sommerferien vorbei sind und die großen Freibäder pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres die Pforten geschlossen haben – trotz des herrlichen Wetters.

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Hier ging auch gestern das Vergnügen weiter: Die Seebadeanstalt Holtenau ist ein beliebter Ort zum Abkühlen. Doch ab Freitag ist auch hier geschlossen.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Obwohl die nahe Förde zum Baden einlädt, ärgern sich viele Schwimmer mächtig. In Kiel übt der Verein der Katzheide-Freunde sogar scharfe Kritik und zeigt sich in einer Pressemitteilung „unzufrieden mit dem vorzeitigen Ende der Badesaison“. Der Verein, der für die Sanierung und den Erhalt des Freibades in Kiel-Gaarden kämpft, vermutet hinter dem Ende der Saison sogar politisches Kalkül. „Bei diesen sonnigen Herbsttagen Katzheide nach Planvorgaben zu schließen, um die Besucherzahlen zu drücken, verhöhnt den Bürgerwillen“, kritisiert Vorstandsmitglied Ulrich Hühn. Der Verein fordert deshalb Flexibilität und bedauert, dass potenzielle Besucher „kopfschüttelnd vor den Toren Katzheides umkehren müssen“.

Der zuständige Stadtrat Gerwin Stöcken wies die Kritik sogleich zurück: „Die Öffnungszeiten der Schwimmbäder werden unabhängig von Wetterkapriolen ganzjährig geplant. Zudem bevorzugen die Schulen für ihren Schwimmunterricht die Hallenbäder. Damit sind sie wettermäßig auf der sicheren Seite.“

Kiel ist indes kein Einzelfall. Auch das einzige Freibad im Kreis Plön, in Schwentinental , ist seit dem 4. September geschlossen. „Dieses Wetter konnten wir vorher nicht absehen“, sagt Wolfgang Schneider, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwentinental, die das Freibad betreiben. Es gebe aber auch zu bedenken, dass inzwischen die Schule wieder angefangen hat: „Viele Kinder würden am Tag gar nicht kommen.“ Die Seebadeanstalt Heikendorf, die eigentlich am vergangenen Wochenende hatte schließen sollen, hat ihre Saison hingegen noch bis zum heutigen Mittwoch verlängert. Mehr gehe leider nicht, so der Vereinsvorsitzende Gerhard Schöler: „Wir machen das alle ehrenamtlich.“ Ab Donnerstag fehlt es schlichtweg an Aufsichtspersonal.

Ähnlich argumentiert man in Flintbek . Der Betreiber des Freibades ist die Gemeinde, unterstützt wird sie von den vielen ehrenamtlichen Helfern des Fördervereins Freibad Flintbek. „Irgendwann muss nun mal Schluss sein, unser Abbaden war am 4. September“, erklärt Bürgermeister Olaf Plambeck. Auch die Frühbader, die per Schlüssel ins Freibad können, haben bereits alle ihre Schlüssel abgegeben. „Es hat auch keiner nach einer Verlängerung gefragt“, so Plambeck. 2016 sei bereits mehr als eine Woche länger geöffnet gewesen. „Es muss schließlich alles auch koordiniert werden, vom Reinigen bis zur Badeaufsicht“, führt der Verwaltungschef aus.

Egal, wie schön das Wetter auch ist: Auch im Freibad in Neumünster geht aktuell nichts mehr. Seit einer Woche haben auf dem Außengelände das Bades am Stadtwald am Hansaring die Bagger und Bauhandwerker das Sagen. Am Platz des großen Nichtschwimmerbeckens entsteht, wie berichtet, eine neue Schwimmhalle mit 50-Meter-Becken und Cabriodach. Für rund zehn Millionen Euro erneuern die Stadtwerke das Freibad in mehreren Bauabschnitten innerhalb von zwei Jahren.

Das alte 50-Meter-Becken ist weiterhin für Schul- und Vereinsschwimmen in Betrieb. Freizeitbadegäste können es allerdings nicht nutzen, weil in diesen Tagen darüber wieder eine Traglufthalle für den Herbst- und Winterbetrieb gespannt wird. „Das ist wirklich Pech“, meinte Nikolaus Schmidt, Sprecher der Stadtwerke, mit Blick auf das Wetter. Das Neubauprojekt habe einen eng getakteten Zeitplan, der Ausnahmen nicht zulasse. Im Normalbetrieb wäre es vielleicht möglich gewesen, auf das aktuell hochsommerliche Wetter mit einer Sonderöffnung des Freibades zu reagieren. So bleibt den Wasserratten aus Neumünster nur ein Ausflug an den Einfelder See.

Auch die Ostsee lädt natürlich weiter zum Baden ein. Und mit Höchsttemperaturen bis zu 30 Grad gibt es am Mittwoch noch einmal Sonne satt. Am Donnerstag wird wohl ein Umschwung eingeleitet: Tief „Stefanie“ soll ab Freitag für Abkühlung sorgen.

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