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Der erste Schritt zur Approbation

Sprachprüfung Der erste Schritt zur Approbation

16 ausländische Ärzte sind erstmals in Schleswig-Holstein zu einer besondere Prüfung angetreten: Sie mussten ihre sprachliche Kompetenz als Mediziner nachweisen. 13 Männer und Frauen haben es auf Anhieb geschafft und damit die erste große Hürde für eine Tätigkeit als Mediziner genommen.

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Die erste Prüfung haben sie geschafft. Doch auf die zweite müssen die Schwestern Ruba (25), die nach ihrem Medizinstudium aus Syrien geflüchtet ist, und die Kinderärztin Nada Zaher (30) noch eineinhalb Jahre warten.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Die Mediziner sind vor allem Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan, aber auch ein Usbeke ist dabei. Bisher mussten Ärzte aus Nicht-EU-Staaten ein B2-Sprachzertifikat vorweisen und eine medizinische Kenntnisprüfung ablegen, um die staatliche Zulassung als Arzt (Approbation) in Deutschland zu erhalten. Doch weil etwa jeder zweite an der medizinischen Prüfung – oft mangels Sprachkenntnissen – scheiterte, wurden die Anforderungen erhöht. Nun müssen Ärzte aus Drittstaaten zunächst eine fachspezifische Sprachprüfung absolvieren.

„Die Ärzte müssen mit ihren Kollegen in der Fachsprache kommunizieren können, gleichzeitig aber auch angemessen und empathisch mit den Patienten reden können“, erklärt Katharina Deutsch vom BfW-Bildungszentrum Kiel. Die ausgebildete Krankenschwester und Germanistin hat zusammen mit ihrer Kollegin Ursula Pfeifer den Sprachunterricht übernommen, Ärzte wie Prof. Alexander Arlt, Leitender Oberarzt vom Universitätsklinikum Kiel, waren für den medizintheoretischen Unterricht zuständig.

Bei der Prüfung mussten die Teilnehmer nicht nur für einen medizinischen Fall eine Anamnese erheben und einen Arztbrief schreiben, sondern in Rollenspielen den Fall einem Oberarzt vorstellen und den Patienten aufklären.

„Wir hatten gehofft, dass wir nach dieser Sprachprüfung bald auch die Kenntnisprüfung machen können“, sagen die Kinderärztin Nada Zaher (30) und ihre Schwester Ruba (25), die ebenfalls Medizin in Syrien studiert hat. Die beiden haben sich auch sofort für die zweite Prüfung angemeldet. „Aber unser Termin ist erst im November 2018. Das verstehen wir nicht.“ Wenn sie Glück hat, kann Nada Zaher 2019 endlich arbeiten – vier Jahre nach ihrer Ankunft in Deutschland.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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