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Was geschah an diesem See?

Vermisste Tochter und Mutter Was geschah an diesem See?

Die Polizei steht im Fall der Familientragödie im niedersächsischen Drage möglicherweise kurz vor der Aufklärung. Vor vier Wochen verschwanden Marco und Sylvia Schulze und ihre Tochter Miriam. Ende Juli wurde der 41-jährige Familienvater tot aus der Elbe in Lauenburg geborgen.

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Einsatzkräfte der Polizei suchten bei Holm-Seppensen im Landkreis Harburg auf einem See nach einer vermissten Mutter und ihrer Tochter. Nach dem Fund der Leiche des vermissten 41-jährigen Familienvaters am 31.07.2015 am Ufer der Elbe im schleswig-holsteinischen Lauenburg sucht die Polizei weiter nach der ebenfalls vermisste Mutter und Tochter.

Quelle: Philipp Schulze/dpa

Buchholz/Drage/Lauenburg. Suchaktionen nach der Frau und dem Mädchen blieben erfolglos. Jetzt gibt es eine erste heiße Spur, die an den Seppenser Mühlenteich in der Nähe von Buchholz in der Nordheide führt.

Seit Montag ist die Polizei im Großeinsatz an dem idyllisch gelegenen, von Laubbäumen umgebenen Gewässer. „Ein Personenspürhund hatte anhand von Kleidungsstücken die Fährte der vermissten Frau und des Mädchens aufgenommen und bis an das Ufer des Naturteichs verfolgt. Ein Leichenspürhund hatte daraufhin Interesse an einer Stelle des Gewässers gezeigt“, berichtet Jan Krüger von der Polizei Harburg. Seit vier Wochen versucht die Sonderkommission „Schulze“, alle drei Vermissten zu finden und die Hintergründe des mysteriösen Falls aufzuklären.

25 Beamte sind seither im Dauereinsatz. So auch am Dienstag: Abermals waren speziell ausgebildete Hunde im Einsatz. „Wir wollen ganz sichergehen, ob die Spur sozusagen doppelt bestätigt wird, bevor wir weitere Maßnahmen einleiten“, sagt der Behördensprecher. Konkret geht es um den Einsatz einer Hundertschaft, die Wald und Ufer absuchen sollen und den erneuten Einsatz von Tauchern. „Zudem kommt ein Absenken des Wasserpegels des Teichs in Betracht“, erläutert Krüger, der die Größe des Gewässers etwa mit der Fläche der Hamburger Binnenalster vergleicht.

Den möglicherweise entscheidenden Hinweis hatte eine Zeugin in der vergangenen Woche geliefert. „Die Frau meldete sich nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung ,Aktenzeichen XY’ und teilte mit, dass sie die Familie am Tag ihres Verschwindens am Seppendorfer Mühlenteich gesehen hatte“, berichtet der Polizist und bestätigt, dass die Frau bereits in den ersten Tagen nach dem Verschwinden der Familie aus Drage bei den Behörden angerufen hatte. „Die Aussage war allerdings anonym und vage, möglicherweise dauerte es bis jetzt, bis sich die Zeugin zu einer Vernehmung bei der Polizei durchringen konnte“, mutmaßt Krüger.

Vermisst wurde die Familie aus Drage in Niedersachsen seit dem 23. Juli. Sylvia Schulze war zuletzt am Vorabend bei ihrer Arbeitsstelle in einem Discounter gesehen worden. Als die 43-Jährige nicht zur Arbeit erschien und auch telefonisch nicht zu erreichen war, alarmierte ihr Arbeitgeber am 24. Juli die Polizei. Die Ermittler glaubten von Anfang an nicht daran, dass die Familie vorzeitig in den Urlaub gefahren sei. Die Katze war in dem Einfamilienhaus zurückgelassen worden. Trotz umfangreicher Suchmaßnahmen blieb die Familie wie vom Erdboden verschluckt – bis zum 31. Juli, als Spaziergänger an der Elbe in Lauenburg den Leichnam des vermissten Marco Schulze entdeckten. Um den Körper des 41-Jährigen war ein 25 Kilo schwerer Betonklotz gebunden. Die Polizei geht davon aus, dass der Fabrikarbeiter von der Elbbrücke, die Schleswig-Holstein mit Niedersachsen verbindet, gesprungen und ertrunken ist.

In den Tagen danach startete die Polizei erneut eine Suchaktion, durchkämmte das Gebiet entlang des Elbdeichs Meter für Meter – ohne Erfolg. Die Hinweise auf eine Familientragödie verdichteten sich: Hatte die Polizei anfangs noch von einem Vermisstenfall gesprochen, wollten die Ermittler einen „erweiterten Suizid“ nun nicht mehr ausschließen.

Die Spürhunde, die am Dienstag erneut am Mühlenteich bei Buchholz im Einsatz waren, führten die Ermittler erneut ans Ufer. „Demnach sind alle drei Personen am Teich gewesen“, sagt Krüger. Allerdings: „Nur die Spur des Vaters führte von dort auch wieder weg.“ Die Polizei will am Mittwoch mit einem Großaufgebot eine neue Suche starten und plant auch den Einsatz eines Sonarbootes, mit dem Unregelmäßigkeiten auf dem Grund erkannt werden können.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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