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Städtepartnerschaften weiterhin beliebt

Austausch und Hilfe Städtepartnerschaften weiterhin beliebt

Städtepartnerschaften haben nicht an Bedeutung verloren. Die Attraktivität der direkten Beziehungen gilt auch im Zeitalter des "social web". Bei Naturkatastrophen etwa nehmen die Einwohner am Schicksal der Menschen in ihrer fernen Partnerstadt teil und helfen.

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Im vergangenen September unterzeichneten Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und sein Amtskollege Edwin M. Lee eine Absichtserklärung. Nun wird ein konkreter Vertrag vorbereitet.

Quelle: Picasa

Kiel/Hamburg. Städtepartnerschaften existieren im Norden Deutschlands nicht nur auf dem Papier. Hamburg, Kiel und viele Kommunen in Schleswig-Holstein pflegen intensive Partnerschaften zu Städten in der ganzen Welt. Und sie lassen sich das zum Teil auch einiges kosten. In Kiel etwa stehen für die Pflege der bislang elf Partnerschaften jedes Jahr 148 000 Euro im Haushalt, wie Stadtsprecher Arne Gloy sagt. Dazu kämen noch die Personalkosten. Und es sollen laut Gloy noch mehr Partnerschaften werden.

"Die Partnerstädte werden für Hamburg immer wichtiger", erklärt Staatsrat Wolfgang Schmidt (SPD). Mehr als die Hälfte der Menschen weltweit lebe in Städten. "Die Städte haben fast überall auf der Welt mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen. Deswegen ist es sinnvoll, sich auszutauschen und auch von den Partnerstädten zu lernen", meint Schmidt. Derzeit pflegt Hamburg Partnerschaften mit Dresden sowie international mit St. Petersburg (Russland), Marseille (Frankreich), Shanghai (China), León (Nicaragua), Osaka (Japan), Prag (Tschechische Republik), Chicago (USA), und Daressalam (Tansania).

Auf knapp 880 000 Euro beliefen sich die verfügbaren Mittel für den Bereich Internationales in diesem Jahr, sagt Hamburgs Senatssprecher Jörg Schmoll. Zusätzlich fördere die Senatskanzlei mit gut 440 000 Euro zwei Entwicklungsprojekte in den Daressalam und León.

Kiel strebt weitere Partnerschaften an

Schleswig-Holstein Landeshauptstadt Kiel hat aktuell elf Städtepartnerschaften. Doch Antakya (Türkei), Brest (Frankreich), Coventry (Großbritannien), Gdynia (Polen), Kaliningrad (Russland), Moshi Rural (Tansania), Samsun (Türkei), Sovetsk (Russland), Stralsund (Deutschland), Tallinn (Estland), und Vaasa (Finnland) bekommen bald Zuwachs: "Die Partnerschaft mit San Francisco (USA) wird am 22. September unterzeichnet", kündigt Rathaussprecher Arne Gloy an. Zudem werde aktuell gerade die Partnerschaft mit Qingdao in China vorbereitet. Dafür seien Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) und Stadtpräsident Hans-Werner Tovar nach in China gereist. Und eine Partnerschaft mit dem dänischen Århus werde auch noch angestrebt.

"Die Städtepartnerschaften werden mit Leben erfüllt durch Begegnungen und Austausche von Schulen, Vereinen, Kirchengemeinden und anderen Organisationen», sagt Gloy. Eine Besonderheit sei die Partnerschaft mit Moshi Rural am Fuße des Kilimandscharo. Es sei eine Entwicklungspartnerschaft. "Kiel hilft dort auf unterschiedliche Weise mit Know-how und Material", erklärt der Rathaussprecher.

Gemeinsame Interessenlage zählt

Manchmal wird eine Städtepartnerschaft auch beendet. So beschloss die Ratsversammlung in Eckernförde den Angaben zufolge im November 2010, dass die Partnerschaft mit Macclesfield in Großbritannien nach einem halben Jahrhundert nicht mehr erforderlich sei. Der Grund: Die englische Gemeinde war zwischenzeitlich im Zuge einer Verwaltungsreform Teil der Großkommune Cheshire East mit nunmehr über 360 000 Einwohnern geworden. Eckernförde zählt gerade 23 000 Einwohner. Wegen der unterschiedlichen Größen gebe es kaum noch gemeinsame Interessenlagen auf politischer und Verwaltungsebene, befanden die Stadtpolitiker.

Nordfrieslands Kreisstadt Husum pflegt Städtepartnerschaften mit Kidderminster (England) und Heiligenstadt sowie mit Trzcianka (Polen) und Gentofte (Dänemark). "Um die Städtepartnerschaften zu beleben, wurde der Verein für Städtepartnerschaften e. V. gegründet", sagt Stadtsprecherin Simone Mommsen. Der Verein werde von der Stadt finanziell unterstützt. Inzwischen gebe es regelmäßige Besuche. Jüngstes Beispiel: Vor einer Woche waren Mitglieder der Jugendfeuerwehr aus Trzcianka in Husum, um das 60-Jährige Bestehen der Husumer Jugendfeuerwehr gemeinsam zu feiern.

Regelmäßiger Austausch 

Auch Schleswig pflegt seine partnerschaftlichen Beziehungen durch regelmäßigen Austausch und Treffen von Vereinen, Verbänden und Institutionen. Im Rahmen des deutsch-englisch-französischen Jugendaustausches habe es erst Ende Juli eine Begegnung in Schleswig gegeben, sagt Stadtsprecherin Antje Wendt. 2018 werde Mantes-la-Jolie (Frankreich) und 2019 dann London Borough of Hillingdon (England) Gastgber sein.

Und wenn Itzehoe zum traditionellen Weinfest oder zum jährlichen Weihnachtsmarkt Besucher aus den Partnerstädten Cirencester (England), La Couronne (Frankreich) oder Paslek (Polen) bekommt, würden diese meist privat bei Familien in Itzehoe untergebracht, sagt Sprecherin Anke Vollstedt.

Freundschaft zeigt sich besonders auch in Krisen: Als das Oderhochwasser Teile von Brzeg (Brieg) in Polen überschwemmte, schickte Eckernförde seiner Partnerstadt eine finanzielle Soforthilfe.

Von dpa

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