15 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Vier Jahre Haft für Asylbewerber

Streit um Nachtruhe Vier Jahre Haft für Asylbewerber

Nach einer Messerattacke auf einen Mitbewohner in einer Gemeinschaftswohnung für Asylbewerber in Bad Bramstedt muss ein 26-jähriger Iraker vier Jahre ins Gefängnis. Das Kieler Landgericht verurteilte den Mann am Mittwoch wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Voriger Artikel
Dreifaches Glück nach dem Schock
Nächster Artikel
Schlagabtausch über Ministerbriefe

Ein Asylbewerber wurde zu mehrjähriger Haft verurteilt.

Quelle: Daniel Karmann

Kiel. Das Schwurgericht ging in der Strafzumessung von einem minder schweren Fall aus. Eine erhebliche verminderte Steuerungsfähigkeit sei nicht auszuschließen, sagte der Vorsitzende Richter Jörg Brommann. Er wies daraufhin, dass der Kurde aus der Haft wohl abgeschoben werde. 

Nach Feststellungen des Gerichts gab es am 10. September 2016 einen Streit um die Nachtruhe. Sein Mitbewohner wollte schlafen, der Angeklagte auf dem Smartphone einen Film zu Ende sehen. Im Streit stach der Mann auf seinen Mitbewohner ein. Die 20 Zentimeter lange Klinge prallte an dessen Rippen ab, sonst wären die Einstiche lebensgefährlich gewesen, sagte Brommann. Der Angegriffene konnte dem 26-Jährigen dann das Messer entwinden.

Der nicht vorbestrafte Kurde war 2015 über Bulgarien und Ungarn nach Deutschland eingereist. Er wurde schließlich in Bad Bramstedt untergebracht. Er hatte im Verfahren gestanden und Reue gezeigt. Er habe auch wegen Alkohol die Kontrolle verloren. Dem Antrag der Staatsanwältin auf Unterbringung des Mannes in der geschlossenen Psychiatrie folgte das Gericht nicht. Sie wollte vier Jahre und acht Monate, der Verteidiger zweieinhalb Jahre Haft. 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Imke Schröder
Digitale Angebote

Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3