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Finanzhilfe für Hebammen beschlossen

Sylt Finanzhilfe für Hebammen beschlossen

Wie geht es weiter mit der Situation von Schwangeren auf Sylt? Die Gemeinde hat Zuschüssen für eine Rufbereitschaft der Hebammen zugestimmt, doch noch stehen weitere Beschlüsse und Verhandlungen aus. Ein von vielen Eltern gehegter Wunsch wird aber wohl unerfüllt bleiben.

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Die Vertreter der Gemeinde Sylt haben am Donnerstag einem finanziellen Zuschuss für die drei freiberuflichen Sylter Hebammen zugestimmt.

Quelle: Frank Molter

Sylt. Nach dem Beschluss der Sylter Gemeindevertretung, sich an der Finanzierung der Rufbereitschaft der Hebammen auf der Insel zu beteiligen, hat Bürgermeister Nikolas Häckel (parteilos) die Diskussion um entsprechende Verträge kritisiert. „Ich glaube, wichtig ist, dass wir erstmal das Geld haben“, sagte Häckel am Freitag. Die detaillierte Verhandlung der Verträge sei „erstmal Kleinkram“. Die drei freiberuflichen Hebammen haben einem Vertragsentwurf des Kreises Nordfriesland noch nicht zugestimmt. Eine der Hebammen hatte den Entwurf von einem Fachanwalt für Medizin prüfen lassen; dieser hat Bedenken geäußert.

Die Gemeindevertretung hatte sich am Donnerstagabend einstimmig für die Finanzierung in Höhe von knapp 35 000 Euro ausgesprochen. Um eine Lösung für die gesamte Insel zu bekommen, müssen am Dienstag weitere Amtsgemeinden zustimmen.

Häckel lobte auch den Kreis Nordfriesland, der „sehr engagiert“ mit den Krankenkassen verhandelt habe. Die Kassen, der Kreis und das Land Schleswig-Holstein beteiligen sich mit knapp 45 000 Euro.

Häckel glaubt nicht an Neueröffnung der Station

Hintergrund ist die von vielen Eltern kritisierte Situation für werdende Mütter auf Sylt seit Schließung der einzigen Geburtshilfestation an der Nordseeklinik zur Jahreswende 2013/14. Ist keine Hausgeburt gewünscht, müssen die Schwangeren aufs Festland fahren und ihre Kinder dort in einem Krankenhaus zur Welt bringen. Manche hoffen auf eine Wiederinbetriebnahme der Station.

„Ich glaube nicht daran“, sagte Häckel und betonte, es gehe dabei nicht ums Geld, sondern um rechtliche Gründe. Es habe zu wenig Geburten gegeben, um die notwendige ärztliche Routine aufrechterhalten zu können. Die Schließung von Geburtshilfestationen sei ein landesweites Problem. „Im Endeffekt hat das Land ein Loch gerissen mit der Krankenhausplanung.“ Sylt versuche nun, dem Trend entgegenzuwirken, „indem wir ein bisschen mehr Sicherheit bieten“. Dennoch ist Häckel, selbst ausgebildeter Rettungssanitäter, klar: „Die Rufbereitschaft ist keine Entbindungsstation.“

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