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Streit unter Flüchtlingen endet tödlich

Schock auf Sylt Streit unter Flüchtlingen endet tödlich

Tödliche Messerattacke in einer Flüchtlingsunterkunft auf Sylt: Bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Asylsuchenden ist am Mittwochmorgen ein Mann ums Leben gekommen. Der mutmaßliche Täter konnte von der Polizei festgenommen werden. Die Hintergründe der Bluttat sind noch unklar.

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Tatort Sylt: Bei einer Messerstecherei in einer Flüchtlingsunterkunft in Westerland ist am Mittwochmorgen ein Mann getötet worden.

Quelle: dpa/Simone Steinhardt

Kiel/Westerland. Laut Staatsanwaltschaft gerieten zwei Männer gegen 7.45 Uhr am Westerländer Sjipwai miteinander in Streit. „Dabei attackierte einer den anderen mit einem Messer und verletzte ihn so schwer, dass dieser trotz Wiederbelebungsversuchen noch am Ort des Geschehens starb“, sagte der Flensburger Oberstaatsanwalt Otto Gosch. Der Verdächtige sei zunächst vom Tatort geflüchtet, konnte allerdings wenig später gefasst werden.

Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um einen 26 Jahre alten Mann handeln, der sich ebenso wie das spätere Opfer bereits seit Frühjahr in Deutschland aufgehalten haben soll. Zur Nationalität der Männer wollten die Behörden keine Angaben machen. „Da gibt es Widersprüchlichkeiten“, sagte Gosch. Offenkundig gab der Verdächtige ein falsches Herkunftsland an. Der Schwindel flog bei einer ersten Vernehmung der Polizei auf, als der 26-Jährige den Dolmetscher nicht verstehen konnte.

Keine Erst- oder Notaufnahmeeinrichtung

Nach Information unserer Zeitung sollen Täter und Opfer bei der Ausländerbehörde vorgegeben haben, aus einem afrikanischen Bürgerkriegsland zu stammen, tatsächlich aber aus dem arabischen Raum kommen. Bei dem Opfer soll es sich um einen 21 Jahre alten Mann handeln. Eine für den Nachmittag anberaumte Befragung des Verdächtigen musste die Polizei mehrfach verschieben. Auf Nachfrage sprach der Oberstaatsanwalt von „dringendem Tatverdacht“. Demnach war die Kleidung des 26-Jährigen blutverschmiert. Auch die Tatwaffe konnte dem Mann zugeordnet werden.

Die Bluttat ereignete sich in einem angemieteten Mehrfamilienhaus in der Nähe des Flughafens. Um eine Erst- oder Notaufnahmeeinrichtung handelt es sich bei der Unterkunft nicht. Auf Sylt gibt es lediglich kleinere dezentrale Unterkünfte für Asylbewerber, die in der Regel bereits länger in Deutschland leben. Zurzeit leben rund 160 Asylsuchende auf Sylt.

Bürgermeister Häckel zeigt sich betroffen

Anwohner reagierten schockiert. „Diese Tat macht mich betroffen und traurig – wie bei jedem, der Opfer von Gewalt wird“, sagte Bürgermeister Nikolas Häckel.

Unterdessen will Innenminister Stefan Studt (SPD) bis zum Jahresende weitere 13000 Plätze in Erstaufnahmen im Land schaffen. Konkrete Pläne gibt es bereits für Lübeck, Husum, Putlos und Leck. In Rendsburg dagegen wird eine provisorische Einrichtung geschlossen. Dort suchen Stadt und Land jetzt nach einem Ersatz nahe dem Norla-Gelände.

Von Bastian Modrow und Christian Hiersemenzel

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