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Synode der Nordkirche stimmt Segnung zu

Schwule und lesbische Paare Synode der Nordkirche stimmt Segnung zu

Um die Entscheidung wurde lange gerungen. Jetzt hat die Synode der Nordkirche die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare beschlossen. Die Entscheidung fiel überraschend einmütig.

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Schwule und lesbische Paare können künftig in der evangelisch-lutherischen Nordkirche genau so gesegnet werden.

Quelle: Michael Reichel/dpa

Travemünde. Die Diskussion war engagiert,doch am Ende war die Abstimmung eindeutig. In der Nordkirche können künftig schwule und lesbische Paare in einer eigenen Zeremonie den Bund für Leben schließen. Bei nur drei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen stimmte die Synode am Donnerstagabend dem Antrag der Kirchenleitung zu, als fünfte Landeskirche in Deutschland die Segnung von Menschen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zu einer offiziellen Amtshandlung zu machen.

„Das ist ein Quantensprung. Jetzt haben schwule und lesbische Paare Anspruch auf die Segnung ihrer Partnerschaft und müssen nicht mehr darum bitten“, sagte die Pröpstin des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, Frauke Eiben erleichtert. Wenn ein Pastor die Segnung aus theologischen Gründen ablehnt, muss ein anderer Geistlicher das Paar segnen.

Das Gesetz wird vermutlich Anfang November in Kraft treten. Die Nordkirche mit ihren 2,1 Millionen Mitgliedern ist die fünfte Landeskirche in Deutschland, in der gleichgeschlechtliche Paare in einem öffentlichen Gottesdienst getraut werden können. Entsprechende Beschlüsse gibt es bereits in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der rheinischen Kirche und der Evangelischen Kirche in Baden. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat bundesweit 20 Mitgliedskirchen. In der 2012 gegründeten Nordkirche galt bislang eine Übergangsregelung.

"Menschen, die sich miteinander auf den Weg machen"

„Ich glaube fest: Es gibt keine durch Liebe verbundene Lebensform zweier erwachsener Menschen, in denen Gott nicht Schöpfer aller Dinge ist“, sagte Landesbischof Gerhard Ulrich. Mit der Öffnung der Kirche für die Segnung von Menschen, die in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft leben, sei keine Entwertung der Ehe verbunden, versicherte er.

„Eine Amtshandlung - auch die Trauung - segnet nicht die Lebensform. Sondern in ihr werden Menschen gesegnet, die sich miteinander auf den Weg machen“, sagte Ulrich, der auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD)ist. „Das ist ein riesiger, nicht nur theologischer Unterschied“, sagte er.

Einigen Kirchenparlamentariern ging das Gesetz nicht weit genug. „Wenn der Segnungsgottesdienst faktisch einer Trauung gleichgestellt ist, sollten wir ihn auch Trauung nennen“, forderte Daniel Havemann, Propst aus dem Kirchenkreis Plön-Segeberg und Vorsitzender der Theologischen Kammer der Nordkirche. „Sonst entsteht der Eindruck, dass gleichgeschlechtliche Paare nur eine „Trauung zweiter Klasse“ bekommen.“

Das Gesetz spricht bewusst von Segnung statt von Trauung gleichgeschlechtlicher Paare, um konservative Christen nicht vor den Kopf zu stoßen. „Ich habe zahlreiche E-Mails und Briefe von Menschen bekommen, die drohten, bei einem entsprechenden Gesetz aus der Kirche auszutreten“, sagte der Greifswalder Bischof Hans-Jürgen Abromeit.

Auch er selbst habe große Bedenken gegen das Gesetz, bekannte Abromeit. „Nach meinem Verständnis ist die Ehe zwischen Mann und Frau etwas anderes als eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft und sollte auch anders behandelt werden“, sagte der als konservativ geltende Bischof. Wegen der unterschiedlichen Begriffe und der Möglichkeit für Pastoren, die Amtshandlung abzulehnen, habe er der Vorlage dennoch zugestimmt.

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