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Einblicke in die Unterwasserwelt

Tauchmuseum in Flensburg Einblicke in die Unterwasserwelt

Neues aus der Unterwasserwelt: Peter und Gerda Kopsch eröffneten in Flensburg ein kleines Tauchmuseum, und der Tauchsportlandesverband Schleswig-Holstein feiert sein 40-jähriges Bestehen.

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Gerda und Peter Kopsch haben Exponate wie den Tauchhelm oder ein altes Arbeitsmesser aus Eisen zusammengetragen. Auch ein altertümlich anmutender gelber Trockentauchanzug der russischen Marine (siehe unten) gehört zu ihren Schätzen.

Quelle: pkr

Flensburg. Mit ihren Filmen brachten sie die Meereswelt in die Wohnzimmer – die Tauchpioniere Hans Hass und Jacques Cousteau. Ihre farbigen Einblicke in die Unterwasserwelt machten das Gerätetauchen Mitte der 50er-Jahre als Breitensport immer populärer. Mit ihrem vor kurzem eröffneten „Kleinen Tauchmuseum“ in Flensburg Mürwick, dem ersten in Schleswig-Holstein, bringen Peter und Gerda Kopsch Besuchern mit vielen Exponaten die Welt der Berufs- und Sporttaucher näher. Dass die Eröffnung auch noch mit dem 40-jährigen Bestehen des Tauchsport Landesverbandes Schleswig-Holstein (TLV-SH) zusammenfällt, den Peter Kopsch mitgegründet hat, ist für ihn wie Ostern und Weihnachten zusammen.

 Wasser umgibt das Leben des heute 76-Jährigen: Schon in den 60er-Jahren übte es auf den gelernten Betonbauer eine solche Anziehungskraft aus, dass ihm schnell klar war: Er wollte in die Berufstaucherei. Sein Ziel: In der Berufsfeuerwehr Flensburg, wo er sich beworben hatte, die Sparte Rettungstaucher aufzubauen. Doch dazu musste er eine Gesellenprüfung ablegen. Die nötige Praxis erarbeitete er sich innerhalb von sechs Monaten bei der Firma Unterwasserkrause in Kiel. Am 1. Januar 1968 trat er seinen Dienst an, wo er bis zu seiner Pension im Jahr 2000 Rettungstaucher ausbildete. Während seiner Zeit bei der Feuerwehr wurde er 40 Mal Deutscher Meister im Strecken- und Flossentauchen. Nebenbei führte er noch eine Tauchschule mit Shop in Flensburg-Weiche. 2007 verlagerte er den Laden samt Unterricht und Füllstation nach Fahrensodde in Mürwick.

 Schon immer begleitete ihn dabei ein Regal mit Tauchutensilien. Als er dann 2012 die Tauchschule verkaufte, stellten sich die Eheleute die Frage: „Schmeißen wir alles weg oder eröffnen wir ein Museum?“ Natürlich stand mittlerweile auch viel zu Hause herum. „Mich hat das genervt“, gesteht Gerda Kopsch. Dennoch musste die Idee vom Museum erst noch reifen. Als neben dem kleinen Raum, den beide nach Verkauf der Tauchschule für private Schulungen in Fahrensodde angemietet hatten, ein weiterer frei wurde, griffen sie zu. Der Startschuss für das kleine Tauchmuseum.

 Die zusammengetragenen Ausstellungsstücke reichen vom Helm eines Trockentauchanzuges, einem Delphin-Lungenautomaten und einem Tiefenmesser von 1954 über selbstgegossene Bleigewichte, einem Arbeitsmesser aus Eisen, alten Kameragehäusen und heute verbotenen Harpunen bis hin zum Berufstaucher-Trockenanzug und einem selbst modifizierten Atemautomaten aus den Sechzigern.

 In dem kleinen Leseraum davor kann man in den Ausgaben der alten Taucherzeitung „Delphin“ und dem Nachfolger „Der Taucher“ schmökern. Auf Anmeldung bietet Peter Kopsch individuelle Führungen an. Denn Öffnungszeiten gibt es nicht und der Eintritt ist kostenlos. „Es ist halt unser Hobby“, sagt Gerda Kopsch.

 Während Peter Kopsch schon 60 Jahre dem Tauchen treu ist, kommt der TLV-SH, zu dessen Gründungsmitgliedern er zählt, erst auf 40 Jahre. Am 12. November 1976 trafen sich Vertreter von acht Vereinen in Neumünster und gründeten den Tauchsport Landesverband Schleswig-Holstein. Damit war dieser gleichzeitig Mitglied in der Dachorganisation, Verband Deutscher Sporttaucher (VDST), und in der weltgrößten Tauchsport-Institution, der CMAS.

 Mit den Jahren sind die Aufgaben des TLV-SH immer vielfältiger geworden. Neben der allgemeinen Interessenvertretung für diesen Sport gehören zu seinen Zielen unter anderem die Sicherstellung einer fundierten Tauchausbildung, die Einflussnahme auf einen umweltverträglichen Tauchsport einschließlich des Gewässerschutzes und der Bewahrung kulturhistorischer Unterwasser-Fundstellen. 1978 richtete er die ersten Landesmeisterschaften im Flossenschwimmen (heute Finswimming) und Streckentauchen aus. Unterwasser-Rugby kam als Sparte hinzu. Es bildeten sich Interessengruppen für die Unterwasser-Fotografie, -Biologie und -Archäologie. Das Apnoetauchen, also das Erkunden der Unterwasserwelt mit angehaltenem Atem und mit einer Minimalausrüstung hat auch in Deutschland in den letzten 20 Jahren einen regelrechten Boom ausgelöst. Mittlerweile sind 34 Vereine und rund 2500 Sportler im VLT-SH organisiert. Bundesweit sind alle Länder im VDST mit insgesamt etwa 80.000 Mitgliedern vertreten.

 Termine zur Besichtigung des kleinen Tauchmuseums bei Peter Kopsch unter Tel. 0461/63552. Eintritt frei, Spende willkommen.

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Ein Artikel von
Petra Krause
Lokalredaktion Kiel/SH

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