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„Laser bietet kein relevantes Sicherheitsplus“

Telefon-Aktion „Laser bietet kein relevantes Sicherheitsplus“

Viel genutzte Telefonaktion zum Thema Augen: Die meisten Anrufer fragten die beiden Experten Dr. Bernhard Bambas und PD Dr. Felix Treumer zu Altersbedingter Makuladegeneration (AMD) und Grauem Star (Katarakt). Hier lesen Sie die Antworten.

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Bei Netzhauterkrankungen wie der Makuladegeneration sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig, um den Krankheitsverlauf festzuhalten. Der Augenarzt bespricht dann mit seinen Patienten, wie sich der Befund verändert hat.

Quelle: BVA

Kiel. Der Informations- und Beratungsbedarf der Anruferinnen und Anrufer, denen die Augenärzte Dr. Bernhard Bambas und PD Dr. Felix Treumer anderthalb Stunden lang Rede und Antwort standen, war groß. Die weitaus meisten Fragen betrafen die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und den Grauen Star (Katarakt). Für diejenigen, die nicht durchkamen, und für alle anderen Interessierten veröffentlichen wir beispielhaft Auszüge aus einigen Gesprächen.

Ich habe eine Makuladegeneration, relativ weit fortgeschritten, und habe schon etwa 15- bis 20-mal Avastin ins Auge gespritzt bekommen. Mein Eindruck ist: Die Spritzen helfen überhaupt nicht.

Treumer: Grundsätzlich gibt es zwei Formen der AMD, die trockene und die feuchte, bei der Flüssigkeit in die Netzhaut tritt. Die Avastin-Spritzen – oder andere sogenannte Anti-VGEF-Präparate wie Lucentis und Eylea – sorgen dafür, dass die Netzhaut trocken wird. Das würde der Arzt in einem OCT (Optische Kohärenztomografie) sehen – vorher und nachher. Wenn die Netzhaut trocken ist, wartet man und kontrolliert. Sollte Wasser nachlaufen, spritzt man weiter.

Die Flüssigkeit ist bei mir obendrin, nicht unten am Rand. Da würde Avastin nicht helfen, hat der Augenarzt gesagt.

Treumer: Auch diese kleinen Zysten, das sind Wassereinlagerungen in der Netzhaut, sprechen in der Regel auf Avastin an. Ziel ist: Man spritzt das Auge so trocken wie möglich. Es soll zumindest nicht schlechter werden.

Bei mir soll es nun trocken sein, also wurde mit dem Spritzen aufgehört. Aber beide Augen sind schlechter geworden. Liegt das nun daran, dass sich im Februar dieses Jahres ein Herpes auf ein Auge draufgesetzt hat, oder daran, dass ich keine Spritzen mehr bekomme?

Treumer: Es kann beides sein. Wenn Sie eine feuchte AMD haben, haben Sie auch immer eine trockene AMD, die viel langsamer verläuft, aber eben im Hintergrund immer weiter läuft – die Zellen der Makula sind gealtert und gehen teilweise zugrunde. Dasführt dann zu einer weiteren Sehverschlechterung, obwohl die Netzhaut trocken ist.

Sind die Abstände zwischen den Spritzen – drei Monate – vielleicht zu groß bei mir?

Treumer: Wir machen es an der Uniklinik so, dass wir zu Beginn alle vier Wochen spritzen. Man kann den Abstand später auch auf acht Wochen oder noch mehr verlängern. Das ist individuell zu entscheiden.

Und wenn man zwischendurch feststellt, dass es deutlich schlechter wird?

Dann sollte man zum Augenarzt gehen, möglichst innerhalb der nächsten 14 Tage.

Anruferin :  Meine Mutter litt unter einem Glaukom, darum gehe ich regelmäßig zur Glaukom-Vorsorge. Was gehört dazu? Nur die Messung des Augeninnendruckes? Mein Augenarzt rät mir jetzt zur biomorphometrischen Untersuchung des Augenhintergrundes.

Treumer: Die Glaukom-Vorsorge ist keine Kassenleistung. Das heißt: Wenn Sie kein Glaukom haben, dann müssen Sie diese Untersuchung zahlen. Auf jeden Fall gehört dazu, den Augeninnendruck zu messen und den Sehnerv anzusehen. Man kann zusätzlich die Hornhautdicke messen. Denn wenn Sie eine dünne Hornhaut haben, kann das Gerät, das auf eine durchschnittliche Hornhautdicke geeicht ist, falsche Augeninnendrücke messen. Die morphometrische Messung – OCT oder HRT (Heidelberg Retina Tomograph) – ist geeignet für eine bessere Verlaufskontrolle: ob sich Ihre Befunde verändert haben, der Sehnerv dünner geworden ist, das Glaukom gut eingestellt ist. Sie ist auch ein zusätzliches Puzzlesteinchen, wenn nicht ganz klar ist, ob ein Glaukom sich entwickeln wird oder nicht. Bei vielen Patienten, die wir Augenärzte sehen, ist es so: Der Augeninnendruck ist grenzwertig, aber nicht dramatisch, und der Sehnerv sieht nicht typisch krankhaft verändert aus. Dann hilft es, die Vermessung des Sehnervenkopfes einmal vorzunehmen und zum Beispiel zwei Jahre später noch einmal. Wenn dann die Untersuchung zeigt, dass der Sehnerv dünner wird, ist ein beginnendes Glaukom wahrscheinlich. Ich würde vorschlagen: Ihr Augenarzt misst den Druck und sieht sich Ihren Sehnerv an – das kostet etwa 20 Euro. Wenn er sagt, es sieht gut aus, dann brauchen Sie nichts weiter zu machen. Ab 40 sollte man einmal im Jahr den Druck kontrollieren lassen.

Von den Betäubungstropfen für das Auge zur Druckmessung bekomme ich Herzrhythmusstörungen – gibt es da andere?

Nein. Sie könnten versuchen, nach dem Eintropfen die Tränenpünktchen für etwa eine Minute zuzudrücken, damit das Mittel nicht in den Kreislauf gelangt. Aber man kann den Augeninnendruck in solchen Fällen auch ohne Tropfen messen, mithilfe von sogenannten Lufttonometern. Die messen meist einen bis zwei Punkte höher, aber auch sehr gut reproduzierbar und genau.

Anruferin: Ich soll noch in diesem Monat am Grauen Star (Linsentrübung) operiert werden und habe sehr, sehr viel Angst davor, weil ich schon einmal eine Sehnerv-Entzündung hatte. Kann die OP dazu führen, dass ich erneut eine Entzündung bekomme?

Treumer: Da kann ich Sie beruhigen. Nein. In der aktuellen Literatur gibt es keine Daten, dass durch eine Linsenoperation die Sehnerv-Entzündung wieder ausgelöst werden würde. Was Sie wissen sollten, ist, dass Sie möglicherweise auch nach erfolgreicher Linsenoperation keine volle Sehschärfe erreichen. Denn wenn der Sehnerv geschädigt ist, hilft eine klare, neue Linse nur eingeschränkt.

Anrufer: Ich bin 79, Vogelkundler und brauche meine Augen. Links habe ich 100 Prozent Sehkraft, rechts 60 Prozent. Bei mir wurde rechts die feuchte AMD festgestellt. Nun soll ich Spritzen bekommen und möchte Sie um eine Zweitmeinung bitten. Soll ich mich spritzen lassen? Und welche Spritze ist besser: Avastin oder Lucentis?

Treumer: Zugelassen für die Therapie der feuchten AMD sind Lucentis und Eylea. Avastin ist nicht für die Injektion in das Auge zugelassen. Die Zulassung wird es voraussichtlich auch nie geben, weil der gleiche Konzern auch Lucentis entwickelt hat und kein Interesse daran hat, zusätzlich das deutlich günstigere Avastin zuzulassen. Avastin wird dennoch millionenfach weltweit mit sehr gutem Erfolg angewendet. Da brauchen Sie also keine Angst zu haben.

Verstehe. Bei mir ist aber Lucentis vorgesehen. Zahlen die Kassen das denn?

Treumer: Wenn Ihre Sehschärfe mindestens fünf Prozent beträgt und wenn mittels OCT und Fluoreszenzangiographie eine feuchte AMD diagnostiziert ist, dann zahlen die Kassen.

Das ist heute gemacht worden. Also, Sie würden an meiner Stelle loslegen?

Treumer: Ja. Ich würde so schnell wie möglich, idealerweise innerhalb von zwei Wochen mit der Spritzentherapie beginnen.

Anrufer: Ich habe den Grauen Star auf dem rechten Auge und nehme gegen den Grünen Star zwei verschiedene Tropfen. Regelmäßig morgens und abends. Ich nehme das sehr genau, und das behindert mich manchmal, wenn ich unterwegs bin oder im Konzert. Muss ich die Tropfen sehr pünktlich nehmen?

Treumer: Es kommt nicht auf die Stunde an. Hauptsache, Sie tropfen jeden Tag. Wenn das einmal um 7 Uhr morgens und am nächsten Tag um 9 Uhr morgens ist, ist das nicht entscheidend. Generell gilt: Zwischen verschiedenen Tropfen sollten mindestens zehn Minuten Pause liegen, damit man das eine Mittel nicht mit dem anderen auswäscht. Die Augenoberfläche ist mit einem Tropfen erst einmal gefüllt. Gehen Sie ruhig ins Konzert, und tropfen Sie davor oder danach. Wichtig ist, dass Sie die Tagesabschnitte einhalten und die Tropfen täglich nehmen.

Noch eine Frage zum Grauen Star (Linsentrübung): Wann muss man den operieren? Wenn der Arzt es einem sagt?

Treumer: Nein, wenn Sie selbst merken, dass die Beschwerden – erhöhte Blendungsempfindlichkeit oder auch unscharfes Sehen – Sie zu sehr beeinträchtigen. Das ist meist ab einer Sehschärfe von etwa 60 Prozent oder weniger der Fall. Ein festes Schema, wann zu operieren wäre, bringt in der Regel nichts, da die Menschen sehr unterschiedlich empfindlich durch eine Linsentrübung gestört sind. Wenn Sie keine für Sie relevanten Beschwerden und noch eine gute Sehschärfe haben, muss nicht operiert werden. Sie können doch dann durch eine Operation nur verlieren.

Wie sicher ist denn die Grauer-Star-Operation mit dem Laser?

Treumer: Die Operation des Grauen Stars ist mit dem Laser genauso sicher wie mit der seit mehr als 20 Jahren etablierten und seitdem immer weiter verfeinerten Ultraschalltechnik. Für ein exzellentes operatives Ergebnis ist jedoch kein Laser notwendig. Echte Langzeitergebnisse nach der Laser-OP fehlen noch. Bis dahin kann man getrost sagen, dass die weit überwiegende Mehrheit aller Patienten mit einer konventionellen Ultraschall-OP sehr gut versorgt sind.

Ach? Man hört doch immer wieder, dass es beim Lasern weniger Komplikationen gebe und weniger Blutungen.

Treumer: Schwerwiegende Komplikationen sind bei der Operation des Grauen Stars insgesamt selten. Auch bei der Laser-OP sind weiterhin manuelle Fertigkeiten gefragt, der Laser übernimmt nur einige OP Schritte. Der Einsatz des Lasers bietet zurzeit kein relevantes Sicherheitsplus gegenüber der Ultraschalltechnik in den Händen eines erfahrenen und vorsichtigen Operateurs.

Ich habe links 100 Prozent Sehkraft und rechts 80 und keine Beschwerden. Mein Augenarzt sagt, dass ich nach der Laser-OP des Grauen Stars nur noch eine Lesebrille bräuchte und auch die Farben kräftiger sehen könnte. Was sagen Sie denn dazu?

Treumer: Sie selbst sind der Steuermann. Wenn die Sehschärfe Sie signifikant einschränkt, beim Autofahren oder beim Lesen, und der Augenarzt sagt, Sie haben einen Grauen Star, sonst nichts, dann entscheiden Sie. Es kann nichts passieren, wenn Sie warten. Die zunehmende Linsentrübung ist bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht gefährlich für das Auge. Nur bei sehr weit fortgeschrittener Linsentrübung wird die Linsen-OP für das Auge belastender. Bei Ihrer guten Sehkraft ohne relevante subjektive Beschwerden sind Sie wahrscheinlich mit einer aktuell angepassten Brille besser beraten. Wirklich notwendig wird die OP des Grauen Stars erst, wenn gesetzliche Vorschriften durch die schlechte Sehschärfe nicht mehr erfüllt werden: Fürs Autofahren müssen Sie mindestens 50 Prozent sehen können – sonst ist das Führen eines Kfz nicht mehr erlaubt. Ich sage noch einmal: Wenn keine für Sie relevanten Beeinträchtigungen des Sehens im Alltag zu spüren sind, sollte man in der Regel nicht operieren. Der Graue Star ist ja keine ernste Augenerkrankung, sondern lediglich eine Altersveränderung, und das Operationsrisiko ist zwar gering, aber eben nicht Null!

Das war ja eine richtige Aufklärung – danke! Ich finde es richtig gut, dass die Zeitung solche Gespräche wie mit Ihnen anbietet.

Anruferin: Ich bin 72, habe seit neun Jahren Diabetes Typ 2, habe eine diabetische Retinopathie und bin schon einmal gelasert worden. Und vor Kurzem habe ich eine echte Hammer-Diagnose bekommen: Katarakt beidseitig, beginnende trockene AMD und NPDR.

Treumer: Das ist gar nicht so eine Hammer-Diagnose. NPDR steht für nicht-proliferative diabetische Retinopathie, das heißt, Sie haben diabetische Veränderungen der Netzhaut und müssen nun zu etwa halbjährlichen Kontrollen. Unter Umständen muss man die Netzhaut später nochmal lasern. Katarakt steht für Grauer Star (Linsentrübung), und den kann man operieren. Wie ist Ihre Sehschärfe in Prozent?

80 rechts und 90 links – das kann doch gar nicht stimmen, wo ich solche Beschwerden habe, oder?

Treumer: Das ist sehr unterschiedlich. Den einen stört es schon, den anderen nicht. Man muss immer vom einzelnen Patienten ausgehen. Aber das, was Sie mir schildern, ist nicht so schlimm, wie Sie dachten.

Danke. Ich hatte eine sehr schlechte, nämlich gar keine Beratung. Das war eher so eine Express-Abfertigung. Vielen Dank für Ihre Zweitmeinung.

Anruferin: Bei mir ist eine AMD im Anfangsstadium festgestellt worden, ich weiß aber nicht, ob ich die trockene oder die feuchte habe. Welche ist die schlimmere Form? Bambas: Das kommt darauf an. Vier von fünf AMD-Patienten haben die trockene Form. Die feuchte schreitet schneller fort und hat deutlicheren Einfluss auf die Lesefähigkeit. Die trockene AMD beobachtet man erst einmal. Darf ich fragen, wie alt Sie sind, und wie Ihre Sehschärfe ist? Ich bin 76. Auf dem betroffenen Auge habe ich eine Sehschärfe von 50, auf dem anderen 60. Und mein Augenarzt rät mir zu einer Katarakt-OP.

Bambas: Da muss man sehen, welche Verschlechterung des Sehens die AMD und welche Verschlechterung der Graue Star verursacht. Wenn die AMD gering ausgeprägt ist, spricht nichts gegen die OP, sofern Ihr Arzt sagt, es lohnt sich bei Ihnen. Dadurch könnten Sie Ihre Sehschärfe eventuell von 50 auf vielleicht 80 Prozent steigern. Sie sollten die Beeinträchtigung durch die AMD aber auch selbst prüfen: ein- bis zweimal pro Monat mithilfe einer Testkarte. Wichtig ist: Prüfen Sie jedes Auge einzeln! Wenn aus der trockenen AMD, die ich nach Ihren Schilderungen bei Ihnen vermute, eine feuchte wird, dann merken Sie beim Blick auf die Testkarte, dass sich die Linien verbiegen. Das merken Sie nicht, wenn Sie durch die Stadt gehen. Dann hilft nämlich das andere Auge und gleicht aus.

Nützen bei der feuchten AMD die Spritzen?

Ja, das ist – und erst seit ungefähr sechs Jahren – das Einzige, was man tun kann. Früher mussten wir zusehen, wie die feuchte AMD das Sehen der Patienten immer weiter verschlechterte. Es ist eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist. Aber man kann für eine Stabilisierung sorgen. Manche Patienten brauchen fünf oder sechs Spritzen, wir haben aber auch Patienten, die schon 30 Spritzen bekommen haben. Man sollte, sofern die Diagnose sicher ist, so früh wie möglich damit anfangen. Sowohl die gesetzlichen Kassen als auch die privaten übernehmen die Spritzentherapie.

Hilft eine Akupunktur bei Augenerkrankungen?

Auch das ist einen Versuch wert. Der Ansatz der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist nicht vergleichbar mit unserer Schulmedizin und kann immer nur als ergänzender Versuch verstanden werden. Beim Glaukom und bei der trockenen AMD sowie beim trockenen Auge kann man eine begleitende Akupunkturtherapie versuchen – bei der feuchten AMD wende ich aber keine Akupunktur an – die Kosten dafür übernehmen die Kassen nicht. Die Spritzen sind das Beste, was man tun kann. Ebenfalls unterstützend wirken Vitamin-Präparate und die Ernährung – zum Beispiel mit viel grünem Gemüse wie Brokkoli und Blattspinat. Am allerwichtigsten ist das Nichtrauchen. Wenn man raucht, braucht man das andere nicht zu machen, das hat dann keinen Sinn.

Ich habe von jemandem gehört, der hatte eine AMD, ist dann am Grauen Star operiert worden und im Zeitraum von drei bis fünf Jahren danach auf dem operierten Auge erblindet.

Bambas: Das hat nichts miteinander zu tun. Die OP des Grauen Stars birgt zwar immer ein Restrisiko, lohnt sich aber, wenn die Makula nur wenig verändert ist. Ist sie stark geschädigt, bringt die OP wenig.

Anruferin: Ich habe extrem trockene Augen, habe schon Bepanthen®-Augensalbe probiert, nehme zwei verschiedene Tropfen sechs- bis siebenmal am Tag und zusätzlich drei- bis viermal am Tag einen Spray. Der wirkt am besten, aber ich wohne an der Ostsee und halte es manchmal bei Wind kaum aus. Was kann ich noch tun?

Bambas: Ihre Beschwerden rühren von einer Veränderung bestimmter Drüsen an der Lidkante. Sie könnten es mit feuchtwarmen Umschlägen am Abend versuchen. Außerdem: Befeuchten Sie einen Q-Tipp mit Wasser und Babyshampoo, und rubbeln Sie damit vorsichtig an der Lid-Unterkante entlang. Vielleicht können Sie dadurch erreichen, dass Sie deutlich weniger Tropfen brauchen. Haben Sie schon mal Gel probiert?

Ja, aber das ist zu schwierig. Ich bin schon ein Stück über 80 und habe einfach die Kraft nicht mehr, diese Ampullen auszudrücken.

Bambas: Das Problem haben viele Patienten. Wenn Ihnen Bepanthen®-Augensalbe geholfen hat – den gleichen Inhaltsstoff gibt es in Gel-Form. Der Wirkstoff heißt Dexpanthenol (z.B. Corneregel®), ist in einer normalen Tube und gut zu handhaben.

Anruferin: Ich habe gelesen, dass die Kurzsichtigkeit bei Kindern immer stärker zunimmt. Woran liegt das? Mein Mann und ich sind beide weitsichtig. Unsere Kinder sind jetzt 2 und 4 Jahre alt. Können die auch kurzsichtig werden, und wann sollen wir das untersuchen lassen?

Bambas: Die Kurzsichtigkeit (Myopie) nimmt in Europa und Amerika sowie insbesondere in Südostasien sehr stark zu. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Kinder umso seltener kurzsichtig werden, je häufiger und länger sie sich im Freien aufhalten. Das hat mit verschiedenen Botenstoffen zu tun, die das Gehirn unter Lichteinfluss freisetzt. Hier spielt Dopamin eine entscheidende Rolle. Ein Aufenthalt von zwei bis drei Stunden täglich im Freien hat in den Untersuchungen zu einer deutlich geringeren Rate an Kurzsichtigkeit geführt. Auch wenn beide Elternteile normal- oder weitsichtig sind, kann ein Kind eine Kurzsichtigkeit entwickeln. Im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen (U1 bis U10) gibt es seit 2008 eine U7a (30-36 Monate), in der beim Kinderarzt erstmals die Augen geprüft werden. Für eine optimale Behandlung ist das schon etwas spät. Die Augenärzte empfehlen daher spätestens mit 24 Monaten oder auch schon früher, sobald Aufälligkeiten bestehen (zum Beispiel Schielen) zu kontrollieren. Ohne Krankheitsverdacht ist dies keine Leistung der gesetzlichen Kasse. Schielen ist nach der 6. Lebenswoche weder „süss“ noch normal, und es „wächst sich auch nicht aus“, wie man immer mal wieder hört. Hier ist eine zeitnahe augenärztliche Untersuchung erforderlich. Bei auffälligen Befunden trägt die Kasse die Behandlungskosten.

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Ein Artikel von
Christian Trutschel
Lokalredaktion Kiel/SH

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