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Neue Garantie gilt ab Ende Januar

Bei Anruf Arzttermin Neue Garantie gilt ab Ende Januar

Patienten sollen künftig maximal vier Wochen auf einen Termin beim Facharzt warten. Dafür müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen Terminservicestellen einrichten. In Schleswig-Holstein soll diese Stelle ab 25. Januar telefonisch erreichbar sein, versichert die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH).

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Quelle: imago

Bad Segeberg/Kiel. Mit der Neuerung reagiert Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) auf Beschwerden von Kassenpatienten. Sie beklagen seit Jahren, dass sie auf Facharzttermine zum Teil monatelang warten müssen. Bis 23. Januar müssen die neuen Vermittlungsstellen nach dem Versorgungsstrukturgesetz bundesweit stehen. „Weil das ein Sonnabend ist, wird die Leitung bei uns im Haus erst am 25. freigeschaltet“, sagt Delf Kröger von der KVSH in Bad Segeberg. Telefonnummer und Sprechzeiten der neuen Servicestelle kann er aber noch nicht nennen.

 Klar ist hingegen: Den Patienten, die nicht schnell genug einen Facharzttermin erhalten, muss die neue Servicestelle einen Termin bei anderen Fachärzten innerhalb von vier Wochen und in zumutbarer Entfernung anbieten. Schafft sie das nicht, kann sich der Patient ambulant im Krankenhaus behandeln lassen. Bezahlt wird die ärztliche Leistung dann auch aus dem Topf der KVSH – das schmälert das Budget der niedergelassenen Ärzte. Nicht der einzige Grund, warum die Neuregelung dort auf Kritik stößt.

 KVSH-Vizechef Dr. Ralph Ennenbach hält die Terminservicestelle für ein untaugliches Mittel. Erstens habe die jüngste Befragung von 6000 Bundesbürgern gezeigt, dass fast zwei Drittel innerhalb von drei Tagen einen Termin bei ihrem Haus- oder Facharzt bekommen. Nur etwa jeder Zehnte warte länger als drei Wochen. Zweitens müsse ein Patient bei ernsthaften Erkrankungen kurzfristig Hilfe bekommen – und das geschehe auch in den Praxen im Land. „Deshalb müssen Patienten, bei denen kein medizinisch dringliches Problem vorliegt, aber manchmal etwas länger warten, etwa auf Vorsorgeuntersuchungen.“ Ennenbach räumt ein, dass es etwa bei Nervenärzten und Schmerztherapeuten längere Wartezeiten gibt: „Eine staatliche Termingarantie wird hier aber wenig nützen. Denn es fehlt an Ärzten mit entsprechender Spezialisierung.“

 Armin Tank, Chef des Landesverbandes der Ersatzkassen, hält dagegen: „Wir hatten noch nie so viele niedergelassene Ärzte wie heute. Wenn die KVSH es nicht schafft, dass alle Patienten zügig Termine bekommen, weil Ärzte nicht dort sind, wo die Patienten sie benötigen, dann muss zu Mitteln wie Arztservicestellen gegriffen werden.“ Er habe das Gefühl, dass die KVSH nicht offensiv genug über die Terminservicestelle informiere.

 Warten auf Arzttermine: Was sind Ihre Erfahrungen? Schreiben Sie an lokalredaktion@kieler-nachrichten.de

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Foto: Schneller zum Facharzt: Mit einer Überweisung vom Hausarzt sollen Patienten künftig einen Gutscheincode für dringende Termine bekommen, die sie dann in der Servicestelle einlösen können.

Wer einen Facharzt benötigt, soll ab 23. Januar innerhalb von vier Wochen behandelt werden. Eine Terminservicestelle, eingerichtet von der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), soll dafür sorgen. Kritik kommt von Fachärzten: Terminservicestellen seien überflüssig und populistisch.

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