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Mutmaßliches IS-Mitglied festgenommen

Zugriff in SH Mutmaßliches IS-Mitglied festgenommen

Spezialkräfte der Polizei haben am Dienstag einen 24 Jahre alten Syrer in Schleswig-Holstein festgenommen. Der Tatverdächtige soll 2015 von der Terrororganisation Islamischer Staat nach Europa geschickt worden sein. Hier geriet er in die Überwachung der Sicherheitsorgane.

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Die Bundesanwaltschaft machte keine Angaben zum genauen Ort der Festnahme in Schleswig-Holstein.

Quelle: Ulf Dahl (Symbolfoto)

Karlsruhe. Der entscheidende Hinweis auf den Terrorverdächtigen kam von der Bundesanwaltschaft. Die Anklagebehörde ließ durch Spezialkräfte der Polizei nach kurzer Fahndung den 24 Jahre alten Syrer Majed A. in Schleswig-Holstein festnehmen. Nach dpa-Informationen vom Mittwoch wurde der Mann in Büchen (Kreis Herzogtum Lauenburg) festgenommen. Der Haftbefehls war vom Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs am 13. September ausgestellt worden. Darin wird dem Syrer vorgeworfen, sich als Mitglied in verschiedenen ausländischen terroristischen Vereinigungen beteiligt und dabei auch gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen zu haben. Der Beschuldigte ist im August 2015 mit Beginn des Zustroms großer Zahlen Flüchtlinge nach Deutschland eingereist.

In akribischer Kleinarbeit haben die Fahnder den Lebensweg des Syrers aufgearbeitet. Wie es in der Mitteilung der Behörde heiß, habe Majed A. sich spätestens ab Anfang 2013 an Kampfhandlungen gegen die Regierung des syrischen Machthabers Assad beteiligt zu haben. Zunächst soll er sich der lokalen Miliz „Jabhat al-Nusra“ angeschlossen haben. Dabei beteiligte er sich an Gefechten und wurde mit einem Sturmgewehr des russischen Typs AK-47 ausgestattet. Später wechselte Majed A. zu den Kämpfern der Miliz „Ahrar al-Sham“. Auch hier erhielt er ein AK-47 Sturmgewehr, das als Kriegswaffe gilt. 

Seit August 2015 in Deutschland

Nach Angaben der Ermittler schloss sich Majed A. danach dem sogenannten Islamischen Staat (IS) an. Dabei kämpfte er Ende 2014 und Anfang 2015 für den „IS“ im Nordwesten Syriens gegen kurdische Milizen. Im Sommer 2015 soll er von der Terrororganisation den Auftrag erhalten haben, nach Europa zu reisen. Die Ermittlungen ergaben, dass der Mann am 10. August 2015  in das Bundesgebiet einreiste. Ob er auch konkrete Terroranschläge geplant hat oder im Rahmen eines Netzwerkes in Schleswig-Holstein aktiv war, wurde noch nicht mitgeteilt.

Der Beschuldigte wurde am Dienstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihm den Haftbefehl eröffnet und den Vollzug von Untersuchungshaft angeordnet hat. Die Ermittlungen dauern an.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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