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Wuselige Inventur im Gehege

Tierpark Hagenbeck Wuselige Inventur im Gehege

Haben die Kattas noch Übergewicht? Und sind die Riesen-Gürtelschweife ordentlich gewachsen? Während bei der Zoo-Inventur im Tierpark Hagenbeck einige Tiere mal eben gemessen und gewogen werden konnten, ließ man andere lieber in Ruhe oder greift zu kleinen Tricks.

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Wieviel wiegst du? Die Kattas hatten bei der letzten Inventur noch Übergewicht.

Quelle: Axel Heimken/dpa

Hamburg. Aufregung bei den Kattas. Weil es für brave Tiere, die sich umstandslos wiegen lassen, eine Möhrenscheibe gibt, herrscht auf der Waage im Tropenaquarium des Hamburger Tierparks Hagenbeck Gedrängel. Andere Tiere wie der stachelige Riesen-Gürtelschweif lassen die jährliche Prozedur eher widerwillig über sich ergehen. Und andere Arten werden gar nicht gestört. Im Tropenaquarium leben zwischen 13 000 und 15 000 Tiere. Es gibt 350 Arten.

Das sind die Fotos aus dem Tierpark Hagenbeck.

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Bei den Kattas, etwa katzengroße Lemuren mit grauem Fell und schwarz-weiß gestreiftem buschigem Schweif, ist es der Tag der Wahrheit. Beim letzten Wiegen hätten die Tiere etwas Übergewicht gehabt, sagt „Katta-Papa“ Jörg Walter. „Darum haben wir sie auf Diät gesetzt.“ Es habe erst Proteste und Ausreden gegeben, scherzt er. „Wir sind nur klein, unsere Knochen sind so schwer“, allerdings vergeblich, das Futter wurde rationiert. Jetzt sehen die Werte der acht Tiere besser aus. Auch Katta-Chefin Koboldi hat 200 Gramm abgenommen und wiegt jetzt 2765 Gramm abzüglich der Möhrenscheibe, an der sie beim Wiegen versonnen kaut.

Zebrahai-Nachwuchs wäre eine Sensation

Nächste Abteilung. Der Riesen-Gürtelschweif ist gar nicht riesig. Dafür sieht er mit seinen Stacheln gefährlich aus. Tierpflegerin Astrid Köhler trägt darum lieber Schutzhandschuhe. „Bei Gefahr ist er sehr wehrhaft und schlägt mit seinen Stacheln um sich“, sagt die 24-Jährige und hält das Tier in die Kameras. Bei der Geburt sind sie zwölf Zentimeter lang, ausgewachsen bis zu 40 Zentimeter. Die kleinen Oman-Dornschwanzagamen können sich noch weniger gegen die Begutachtung wehren. Die acht Zentimeter kleinen Jungtiere müssen erst noch wachsen. „Typische Mädchenechsen“, sagt Westhoff. „Die Pflegerinnen rufen bei ihrem Anblick immer: Oh wie süß.“

Im „Rotes-Meer-Aquarium“ ist Trubel. Eine Taucherin schrubbt mit einer Zahnbürste Ablagerungen von den Felsen und saugt die Teile ab. „Futter und Kotreste sind Nahrung für Cyano-Bakterien“, erklärt Westhoff. „Um Bakterien und Algenbildung zu vermeiden, haben wir eigentlich einen Rochen in den Becken. Der wirbelt immer Sand auf, das mögen die Algen nicht.“ Hier scheint der Trick aber nicht zu funktionieren. „Der macht seine Arbeit nicht.“ Im großen Aquarium sammeln Taucher „Sallys“ Eier ein. Sally ist ein Zebrahai und soll endlich mal Nachwuchs bekommen. „Das wäre eine Sensation“, sagt Westhoff. Aber auch diesmal sind alle handtellergroßen braunen Eier leer. Pech für Sally und ihren Partner Harry – und den Zoo.

Manche Tiere wiegt man eben nicht

Und wie wiegt man ein Nil-Krokodil? „Gar nicht“, sagt Westhoff. „Zu gefährlich. Bei denen sehen wir auch so, ob es ihnen gut geht.“ Nicht nur die 250 bis 350 Kilo schweren Krokos werden in Ruhe gelassen. Auch die Schlangen werden nur einer Sichtprüfung unterzogen. Für die Giftschlangen haben die Pfleger Tricks auf Lager. „Wenn man eine Schlange messen will, kann man sie durch ein Rohr kriechen lassen und sieht, wie lang sie ist.“ Und wenn doch mal etwas schiefgeht? Dafür gibt es am Uni-Klinikum Eppendorf einen Vorrat an Gegengiften.“

Auch die Blattschneide-Ameisen werden diesmal nicht gezählt, fünf- bis zehntausend, schätzt Westhoff. Sehr entspannt bleibt auch Marlies. Der Netzpython liegt lässig und in voller Länge auf einem Ast. „Etwa sechseinhalb Meter und 80 Kilo“, schätzt Westhoff. „Wenn wir die messen wollen, muss pro Meter ein Mann mit anfassen, sonst wäre das zu gefährlich. „Es gibt Aufnahmen, wie ein Erwachsener von einem Netzpython verschlungen wird.“

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