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Grünbrücken sollen Autobahnen überwinden

Tierschutz Grünbrücken sollen Autobahnen überwinden

Nur wenige Meter entfernt von der Raststätte Brokenlande bei Großenaspe sollen bald Hirsche, Haselmäuse und Frösche die A7 überqueren. Dort entsteht eine Grünbrücke, eine zweite Querung für Tiere ist bei Bad Bramstedt im Bau.

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Noch steht die künftige Grünbrücke bei Brokenlande erst zur Hälfte: Christian Merl von Via Solutions Nord kündigte an, dass das Bauwerk im kommenden Jahr fertig wird.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Großenaspe. „Es wächst wieder zusammen, was zusammengehört“, sagte Björn Schulz, Projektleiter der Stiftung Naturschutz, am Freitag. Straßen wie die bald sechsspurige A7 seien für Tiere ein unüberwindbares Hindernis. Sie zerschneiden ihre Lebensräume und begrenzen ihre natürlichen Wanderwege. Das kann dazu führen, dass Tiere sich nicht durchmischen. Eine genetische Verarmung droht. Die neuen Querungshilfen sollen mit der bestehenden Grünbrücke Kiebitzholm an der A21 vernetzt werden, um das Wegenetz für Tiere im Land auszubauen. „Das große Ziel ist es, einen durchgängigen Verbund von Lebensräumen hinzubekommen“, so Schulz.

63 Meter breit und 45 Meter lang soll die Grünbrücke bei Brokenlande werden, noch ragt der Rohbau erst über die Hälfte der Fahrbahn. Dass eine Brücke deutlich breiter als lang ist, sei ungewöhnlich, sagte Christian Merl von der Baugesellschaft Via Solutions Nord. Anders als Menschen wählten Tiere aber eben nicht immer einen gradlinigen Weg. „Auch die Stärke der Decke ist deutlich größer als bei normalen Brücken.“ Das hänge mit der Belastung zusammen, denn auf die 1,2 Meter dicke Betonplatte wird später 70 Zentimeter Erde aufgeschüttet, die bepflanzt wird. Im Sommer 2017 soll die Querung fertig sein, knapp fünf Millionen Euro kostet der Bau.

"Vorbildliches Schleswig-Holstein"

Rechts und links von der Brücke wird eine Irritations-Schutzwand hochgezogen, damit die Tiere nicht von Autolichtern geblendet werden. Außerdem wird entlang der A7 ein Wildschutzzaun errichtet. Er soll verhindern, dass die Tiere abseits der Querungshilfen auf die Fahrbahn laufen. Torsten Conradt vom Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr sagte, die Querungen, zu denen auch Wildunterführungen und Tunnel gehören, dienten daher nicht nur dem Schutz der Tiere, sondern auch dem der Autofahrer, da sich so die Zahl von Wildunfällen auf den Straßen reduziere.

Der Standort wurde anhand von wildbiologischen Gutachten gewählt, die zeigen, auf welchen Korridoren die Tiere wandern, sagte Ulrich Möller von der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH. Ausschlaggebend waren außerdem Abstandsflächen zu Wohn- und Gewerbegebieten sowie die Möglichkeit für Grunderwerb. Denn im Umfeld der Grünbrücke müsse es qualitativ hochwertige Lebensräume für die Tiere geben, damit sie auch ihren Weg dorthin finden. Deswegen wurde rund um die Querung 15 Hektar Land aufgeforstet.

„Was wir hier in Schleswig-Holstein sehen, ist geradezu vorbildlich“, lobte Marita Böttcher vom Bundesamt für Naturschutz. Für den Straßenausbau im Land gehöre die Anlage von Querungshilfen inzwischen zum Standard.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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