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Prozess gegen Bahnmitarbeiter eingestellt

Tödlicher Unfall Prozess gegen Bahnmitarbeiter eingestellt

Der Prozess gegen einen Bahnmitarbeiter wegen eines tödlichen Unfalls an einem Bahnübergang bei Bad Oldesloe ist eingestellt worden. Der Richter am Amtsgericht Ahrensburg machte dem Angeklagten am Mittwoch die Auflage, 1800 Euro an die Hinterbliebenen der getöteten 56-Jährigen zu zahlen.

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Im November 2014 war eine Frau durch einen Zug ums Leben gekommen in Rümpel, Kreis Stormarn.

Quelle: dpa

Ahrensburg. Die Frau war im November 2014 ums Leben gekommen, als ihr Auto in Rümpel im Kreis Stormarn von einem Zug erfasst wurde. Der 58 Jahre alte Bahnmitarbeiter hatte die Schranke wegen eines Missverständnisses zu früh geöffnet, nachdem der planmäßige Zug aus Richtung Hamburg den Übergang passiert hatte.

Der Angeklagte habe geglaubt, es sei noch Zeit, bis der Gegenzug aus Richtung Lübeck den Übergang passieren würde. Deshalb habe er die Schranken geöffnet, sagte sein Verteidiger. Die Schranken mussten damals von Hand bedient werden, da die Anlage nach einem Blitzeinschlag im Mai 2014 defekt war.

Die Nebenkläger — Geschwister des Opfers — erhoben deshalb schwere Vorwürfe gegen die Bahn. Erst nach dem Unfall sei etwas geschehen, obwohl sich Anwohner zuvor mehrfach über die mangelhafte Sicherung des Bahnüberganges beschwert hatten, sagte der Nebenklagevertreter.

Ein paar Sekunden, nachdem der Angeklagte seinen Irrtum bemerkt hatte, habe er den Schlüsselschalter zum Schließen der Schranken betätigt, sagte dessen Verteidiger. Doch da war es schon zu spät. Die 56-Jährige war bereits losgefahren — obwohl das Rotlicht noch leuchtete, wie mehrere Zeugen vor Gericht aussagten.

„Der Bahnposten ist der Frau noch entgegengelaufen und hat mit den Armen gefuchtelt, um sie zu stoppen“, sagte eine Zeugin, die auf der anderen Seite des Bahnüberganges gewartet hatte. Dann sei er zu dem Schaltkasten zurückgelaufen, um die Schranken wieder zu schließen.

Das ist auch das Ergebnis eines Dekra-Gutachtens, das der Richter am Mittwoch verlas. „Wenn die Autofahrerin das Rotlicht beachtet hätte, wäre der Unfall vermeidbar gewesen“, heißt es darin.

Die Nebenkläger waren mit der Einstellung des Verfahrens nicht einverstanden. „Meine Mandanten halten den Fehler des Angeklagten nicht für ein Augenblicksversagen, sondern für ein eklatantes Fehlverhalten“, sagte der Nebenklagevertreter. Dennoch wurde das Verfahren mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft, der Verteidigung und des Angeklagten vorläufig eingestellt. Auch wenn es nichts am Fehlverhalten des Angeklagten ändere, so trage das Opfer doch eine gewisse Mitschuld, sagte der Richter zur Begründung.

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