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Tourismusbranche soll weiter wachsen

Wirtschaft Tourismusbranche soll weiter wachsen

Der Tourismus ist nach dem maritimen Sektor die Branche mit dem zweithöchsten Umsatz in Schleswig-Holstein. Sie hat Jobs für 146 000 Menschen und soll nach dem Willen von Land und Tourismusverband weiter wachsen — auch dank verstärktem Marketing.

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Der Tourismus ist die Branche mit dem zweithöchsten Umsatz in Schleswig-Holstein.

Quelle: Bodo Marks/ dpa

Kiel . Bitte auf keinen Fall unterschätzen: Der Tourismus sei für Schleswig-Holstein Jobmotor und Umsatzbringer, er stärke den Wirtschaftsstandort und steigere auch die Lebensqualität der Einheimischen. Der Vorsitzende des Landes-Tourismusverbands, Jörn Klimant, hat sich am Donnerstag mit Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) eine Zahlenschlacht geliefert, um die wachsende Bedeutung von Urlaubern und Tagesgästen für das Land zu untermauern. Die zwei präsentierten die Ergebnisse einer Analyse, die die Berliner dwif-Consulting für das Sparkassen-Tourismusbarometer erarbeitet hatte.

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Demnach legte der Bruttoumsatz der Branche zwischen 2012 und 2014 um 8,3 Prozent auf 7,52 Milliarden Euro zu. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der Übernachtungen in Hotels und Pensionen sowie auf Campingplätzen um 7,6 Prozent. Der Beitrag zum Volkseinkommen liegt bei 5,2 Prozent, und mehr als 146000 Menschen im Land können ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise vom Tourismus bestreiten – häufig in strukturschwachen Gegenden. Mit 243 Millionen Euro Steueraufkommen, die im Land verbleiben, ist der volkswirtschaftliche Effekt hoch.

Ja, er freue sich über diese Ergebnisse, sagte der Minister, verwies aber auf die ehrgeizigen Ziele, die man sich seit vergangenem Jahr mit einer neuen Tourismusstrategie gesetzt hat. 30 Millionen Übernachtungen will man bis 2025 in den statistisch erfassten Betrieben erreichen (aktuell sind es 26,3), den Bruttoumsatz um 30 Prozent auf neun Milliarden Euro steigern (aktuell 7,5) – und unter die Top 3 der höchsten Gästezufriedenheit springen. Derzeit rangiert Schleswig-Holstein gerade mal auf Platz 7 hinter Baden-Württemberg, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern. 61 Prozent der Gäste hatten sich zuletzt über ihren Aufenthalt im Norden „sehr zufrieden“ geäußert. Im Musterländle Baden-Württemberg waren es satte zehn Prozent mehr.

Es gehe nicht um zusätzliche Betten. Schleswig-Holstein müsse auf seinem Weg zur Spitzengruppe vor allem an der Qualität der Unterkünfte arbeiten und außerhalb der kurzen Saison neue Angebote schaffen. Meyer berichtete von seinem Besuch Anfang Oktober auf der Münchner Immobilienmesse Expo-Real und darüber, dass namhafte Anbieter ihr Interesse signalisieren. Der Zinssatz für Baufinanzierungen stehe noch immer günstig, „Schleswig-Holstein ist für Hotel-Investoren sexy“ – allerdings hauptsächlich dort, wo die Kommunen bereits das nötige Umfeld geschaffen haben.

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St. Peter-Ording ist ein solches Leuchtturmbeispiel, Travemünde mit seiner Ferienanlage Priwall Waterfront, und Heiligenhafen setzt als Hotspot für Surfer auf den Lifestyle einer hippen Klientel. „Wo Qualität geboten wird, sind die Menschen bereit, dafür auch zu bezahlen“, stellte Tourismusverbandschef Klimant fest. Gegebenenfalls werde der Urlaub um ein paar Tage verkürzt. Ein Hotelgast gibt täglich im Land durchschnittlich 106 Euro aus.

Die Akteure indes ziehen laut Wirtschaftsminister noch nicht alle an einem Strang. Er verwies darauf, dass Anfang Juli bei der Wirtschaftsfördergesellschaft ein Clustermanagament Tourismus ins Leben gerufen wurde. Das Projekt mit seinen zweieinhalb Stellen ist zunächst auf drei Jahre angelegt und kostet 860000 Euro, wovon das Land 75 Prozent bezahlt, den Rest tragen die Tourismusakteure. Zu den Kernaufgaben gehört es, kleine und mittlere Unternehmen wettbewerbsfähig zu machen und das Controlling zu übernehmen. Meyer: „Ich bin mir sicher, dass dies dem Tourismus im Land einen weiteren Schub verleiht.“

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Man kann es nicht oft genug wiederholen: Schleswig-Holstein, dieses sanfte Land zwischen den Meeren, gehört zu den schönsten der ganzen Welt. Aber anderswo lässt sich auch prima Urlaub machen. Im Tourismus ist die Konkurrenz knallhart, und dass es um viel Geld und eine Menge Arbeitsplätze geht, belegen die jüngsten Zahlen auf eindrucksvolle Weise.

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