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Traditionsschifffahrer enttäuscht

Gespräch mit Ministerium Traditionsschifffahrer enttäuscht

Anfang April hatte Verkehrsminister Dobrindt Gesprächsbereitschaft über die Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe signalisiert. An einem Treffen in Berlin nahm er nun nicht teil. Nicht der einzige Grund, warum Schiffseigner nicht glücklich über das Gespräch waren.

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Die EU will erreichen, dass die Sicherheit auf Traditionsschiffen (wie hier bei der Kieler Woche) erhöht wird. Über das Wie jedoch gibt es seit Jahren Streit.

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Hamburg. Nach einem Gespräch im Bundesverkehrsministerium über eine geplante Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe sind etliche der Teilnehmer unzufrieden. „Wir sind enttäuscht, dass es nicht den Dialog gegeben hat, den Herr Dobrindt uns versprochen hat“, sagte York Haase, Besatzungsmitglied des Seglers „Lovis“.

Mit der Verordnung sollen die bauliche Beschaffenheit, der Brandschutz, die Ausrüstung und die Qualifikationen der Crews von Traditionsschiffen strenger geregelt werden. Nach Angaben des Dachverbands der deutschen Traditionsschiffe sind etwa 110 Schiffe im Norden betroffen, 90 Prozent seien in ihrer Existenz bedroht.

Die neue Sicherheitsverordnung soll noch im Frühjahr in Kraft treten und wird derzeit in Brüssel von der EU-Kommission geprüft.

Vorwurf: Kein ergebnisoffener Dialog

Rund 70 Vertreter von 45 Traditionsschiffen warfen dem Ministerium nach dem Treffen am Dienstagabend in Berlin in einer gemeinsamen Mitteilung vor, „keinen ergebnisoffenen Dialog“ führen zu wollen und bei der Neuregelung aufs Gaspedal zu treten. „Der Zeitdruck ist für uns nicht nachvollziehbar“, sagte Haase. „Wir hätten mehr Vertrauen in den Erhalt der Traditionsschifffahrt, wenn erst nach Klärung der offenen Fragen eine Verordnung erlassen wird“ sagte der Kapitän des Traditionsseglers „Ethel von Brixham“, Gerhard Bialek.

Bei der Maritimen Konferenz in Hamburg Anfang April hatte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bei einer Demonstration von Traditionsschifffahrern angeboten, sich bei dem Gespräch die Kritik am Gesetzesentwurf persönlich anzuhören. Statt Dobrindt nahm jedoch der parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) an dem Treffen teil und signalisierte, dass die Verordnung kommen werde.

Sicherheit der Fahrgäste garantieren

„Eine Stilllegungswelle wird es nicht geben. Aber wir müssen die Sicherheit der Fahrgäste garantieren, da können wir keine Abstriche machen“, teilte Ferlemann mit. Warum Dobrindt nicht selbst erschien, konnte das Ministerium bis Mittwochnachmittag nicht beantworten.

Die Stiftung Hamburg Maritim und der Museumshafen Oevelgönne, die ebenfalls Vertreter zu dem Treffen nach Berlin geschickt hatten, äußerten sich hingegen zufrieden über den Gesprächsverlauf.

Von dpa

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