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Edler Siegerhengst steht lahm im Stall

Trakehner Hengstmarkt Edler Siegerhengst steht lahm im Stall

Der Siegerhengst des Trakehner Hengstmarktes von vor vier Wochen kostete 320.000 Euro, doch einen Tag später war der Hengst Kaiser Milton plötzlich lahm, bis heute. Der Käufer hat reklamiert, doch der Verband weist jede Verantwortung von sich.

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Hier trabte Kaiser Milton noch gesund durch die Holstenhalle.

Quelle: Stefan Lafrentz

Neumünster. Ein Rappe überstrahlte beim Trakehner Hengstmarkt vor vier Wochen in Neumünster alle seine Konkurrenten: Kaiser Milton. Die Fachleute waren verzückt, das Publikum in den Holstenhallen jubelte, der Zuchtverband schrieb eine Hymne: „Kaiser Milton bewegte sich nicht nur mit besonderer Qualität, locker, losgelassen und kraftvoll abfußend, er machte auch einen guten Sprung und bewies ein hervorragendes Interieur.“ Doch nur einen Tag nach der Auktion fußte der Hengst gar nicht mehr ab, sondern steht seitdem lahm im Stall. Sein Käufer liegt jetzt im Clinch mit dem Trakehner Verband.

Der renommierte Züchter Burkhard Wahler vom Klosterhof Medingen in Bad Bevensen (Niedersachsen) war beim Hengstmarkt und hatte sich regelrecht in Kaiser Milton verguckt. Als der erst gekört und dann zum Siegerhengst ernannt wurde, ersteigerte er ihn bei der Auktion für stolze 320.000 Euro. „An dem Sonntag lief der Hengst noch tadellos in der Halle“, sagt Wahler. Doch als er einen Tag später auf dem Gestüt in der Lüneburger Heide vom Hänger stieg, war er lahm. Jetzt steht er in der Tierklinik mit einer schlimmen Sehnenverletzung.

„Der Verband lässt mich hängen"

Der Züchter hat den Hengst beim Trakehner Verband in Neumünster sofort reklamiert und will das Geschäft rückabwickeln. „Der Verband lässt mich hängen. Dabei ist die Sache ganz klar: Dieses Pferd ist nicht gesund, und das ist nicht beim Transport passiert. So nehme ich das Pferd nicht“, sagt Burkhard Wahler.

Beim Zuchtverband hält man sich bedeckt. Zuchtleiter und Geschäftsführer Lars Gehrmann bestätigt lediglich den Sachverhalt. „Der Siegerhengst Kaiser Milton ist von seinem Käufer wegen Lahmheit reklamiert worden und steht derzeit unter tierärztlicher Aufsicht. Da es sich um ein schwebendes Verfahren handelt, zu dem die tierärztlichen Untersuchungen und Stellungnahmen noch nicht abgeschlossen sind, gibt es zurzeit noch keine weiteren Informationen.“

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Ein Artikel von
Thorsten Geil
Chefreporter Neumünster

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