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Triebtäter zu langer Haftstrafe verurteilt

Mord an 37-Jähriger Triebtäter zu langer Haftstrafe verurteilt

Nach der Ermordung einer Frau und der Schändung ihrer Leiche ist ein 63-Jähriger in Lübeck zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Der Mann war vorbestraft und hatte triebhemmende Spritzen bekommen.

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Zur Tatzeit lebte der Mann bereits in einer teilstationären Wohneinrichtung einer psychiatrischen Klinik in Neustadt.

Quelle: Markus Scholz/dpa

Lübeck. Eine Frau wird ermordet, ihre Leiche geschändet. Für diese „schreckliche“ Tat hat das Landgericht Lübeck einen jetzt 63 Jahre alten Mann zu einer Haftstrafe von 13 Jahren und Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt. Der Mann hatte im Prozess gestanden, im Juli 2015 in Neustadt im Kreis Ostholstein eine 37 Jahre alte Frau erwürgt und sich anschließend an der Leiche vergangen zu haben. Der Mann leidet nach Aussage einer Gutachterin an einer Triebstörung und ist daher nach Auffassung des Gerichts vermindert schuldfähig. Ob er jemals wieder in Freiheit kommt, ist fraglich.

Alle Beteiligten seien sich einig, dass der Angeklagte ein „schreckliches Verbrechen“ begangen habe und so etwas nie mehr geschehen dürfe, sagte der vorsitzende Richter Christian Singelmann. „Aber dennoch müssen wir uns an Recht und Gesetz halten und dürfen uns nicht von Emotionen leiten lassen“, sagte er an die Zuschauer im Saal gewandt.

Der Angeklagte war seinem Opfer am 26. Juli 2015 auf einem Wanderweg bei Neustadt begegnet. Spontan sei ihm der Gedanke gekommen, mit der Frau Sex zu haben, hatte er zu Prozessbeginn ausgesagt. Er verfolgte sie, sprach sie an und umarmte sie. Als die Frau sich wehrte und laut um Hilfe schrie, erwürgte er sie aus Angst vor Entdeckung. Dann entkleidete er die Tote und verging sich an ihr. Den leblosen Körper warf er in einen Abwasserschacht.

Vor der Tat hatte der Angeklagte bereits 20 Jahre in psychiatrischen Kliniken verbracht. 1991 hatte das Landgericht Kiel ihn wegen Mordes in Tateinheit mit sexueller Nötigung zu 13 Jahren Haft verurteilt. Nach einer Therapie kam der Mann vor einigen Jahren wieder auf freien Fuß, lebte zuletzt in der teilstationären Wohneinrichtung einer psychiatrischen Klinik in Neustadt (Kreis Ostholstein). Alle zwei Wochen erhielt er triebhemmende Spritzen. Sexuelle Fantasien hatte der Mann jedoch weiter, was er allerdings seinem Arzt verschwieg.

„Der Angeklagte ist für die Allgemeinheit gefährlich, deshalb ist die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus unumgänglich“, sagte der Vorsitzende unter Berufung auf die Sachverständige. Die hatte in ihrem Gutachten die Chance als gering bezeichnet, dass der Angeklagte noch einmal auf freien Fuß kommt.

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