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Forscher aus Borstel glauben an Durchbruch

Tuberkulose Forscher aus Borstel glauben an Durchbruch

Forscher aus Deutschland, Großbritannien und Südafrika werten ihre neue genetische Methode im Kampf gegen die Tuberkulose als Riesenfortschritt: Mit ihr können sie nicht nur vorhersagen, gegen welche Antibiotika Resistenzen bestehen, sondern auch welche Präparate gegen den jeweiligen Tuberkulose-Erreger wirksam sind.

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Prof. Stefan Niemann vom Forschungszentrum Borstel.

Quelle: Universität Lübeck

Borstel/Lübeck. Die Ergebnisse werden am Mittwoch in der Online-Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift „The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlicht.

Auch wenn es noch Zukunftsmusik ist: Prof. Stefan Niemann, Leiter einer Forschungsgruppe am Forschungszentrum Borstel und Mitglied des Exzellenzclusters Entzündungsforschung an der Uni Lübeck, sowie Zweitautor Dr. Thomas Kohl (Borstel) hoffen, durch die Methode die weltweit häufigste tödliche Infektionskrankheit schneller und gezielter als bisher in den Griff zu bekommen. Der Nachweis von Tb-Erregern und die genaue Ermittlung von Antibiotika-Resistenzen erfolgt bisher in fehleranfälligen Kulturverfahren, die zudem sechs Wochen brauchen, bis ein Ergebnis vorliegt. So geht wertvolle Zeit für die Behandlung verloren. „Wir wollten therapeutische Hinweise geben, welche Kombination von Antibiotika sich zur Behandlung eines bestimmten Erregers eignen“, sagt Niemann und spricht von einer neuen, digitalen Ära in der Mikrobiologie. Die Methode habe großes Potenzial, glaubt Zweitautor Thomas Kohl: „Auf längere Sicht ist die Genomanalyse erheblich einfacher durchzuführen und kostengünstiger als konventionelle Verfahren.“

An der Klinik Borstel, wo 60 Fälle, davon zehn mit einer resistenten Tuberkulose, im Jahr behandelt werden, setzt man die Methode bereits jetzt schon ein, um das richtige Antibiotikum auszuwählen. Pro Jahr erkranken neun Millionen Menschen an Tuberkulose – ca. 1,5 Millionen sterben an den Folgen der Krankheit.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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