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Hopp, Hopp, Kaninchen spring!

Turniersport Hopp, Hopp, Kaninchen spring!

Anlauf, Absprung, Hopp! Das ist Kaninhop, der Trendsport für Mümmelmänner. Im Garten von Rike Daetz in Kronshagen trainieren die norddeutschen Championanwärter.

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Studentin Rike Daetz aus Kiel trainiert acht Sportkaninchen im Kleingarten. Zwergwidder Otto Lilienthal ist dreifacher Deutscher Vizemeister und ganz wild aufs Hindernisrennen.

Quelle: Cornelia Müller

Kronshagen. Otto Lilienthal ist am Start. Drei Hindernisreihen, das letzte mit der höchsten Stange auf Stufe acht von zehn, nimmt der Zwergwidder beim ersten Satz. Wupps, die Landung ist weich. Gleich muss grüne Energie nachgetankt werden. Das feuchte Gras hinterm Hindernis ist viel zu lecker, um den Parcours ohne Picknick zu absolvieren. Rike Daetz muss lachen, wenn der dreifache deutsche Vizemeister im Hindernissprung seine Allüren auslebt. Heute darf er. Schließlich ist er ein Luftikus, was ihm den Namen des Luftfahrtpioniers eingebracht hat. Außerdem ist heute Fototermin für Stars. Kaninchen mochte die heute 23-jährige Studentin der Agrarwissenschaft in Kiel schon immer. Im elterlichen Garten auf dem Darß in Mecklenburg-Vorpommern spielte sie als Neunjährige mit den Zuchttieren des Vaters. Deren Leben endete meist im Kochtopf. Ein paar Jahre später durfte Rike eine Häsin über den Winter bringen. „Die war bald kugelrund genährt. Dann verfettet leider die Gebärmutter. Also musste ich mir was einfallen lassen.“ Mit einer Freundin bracht sie der dicken Kaninchendame bei, über Hindernisse zu hoppeln. Das Tier hatte Spaß, wurde immer leistungsfreudiger. „Da haben wir das Training einfach fortgesetzt. Ich dachte, wir hätten eine neue Sportart erfunden“, erinnert sie sich. „Doch da erfuhren wir im Verein, dass es das schon gibt – ganz groß in Schweden als Kaninhop.“

Anlauf, Absprung, Hopp! Das ist Kaninhop, der Trendsport für Mümmelmänner. Im Garten von Rike Daetz in Kronshagen trainieren die norddeutschen Championanwärter. Am Sonnabend, 27. Juni, ist in Altenholz das erste internationale Kaninchen-Springturnier des Landes.

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 Keine Frage, Rike wollte mitmachen. Bis heute ist sie dabei als Mitglied des Kaninchenzuchtvereins U 24 Kiel-Ostufer. Acht flauschige Springer trainieren und fühlen sich wohl in dem Kleingarten, den sie mit ihrem Freund beackert. „Von der Uni aus bin ich mit dem Fahrrad schnell hier“, sagt sie. Wenn die Mümmelmänner sich nach dem Sport im Auslauf vernügen, radelt sie zurück nach Kiel, wo sie wohnt.

 Jetzt hat erst einmal die Wilde Wilja ihren Auftritt. Draufgängerisch nimmt sie Anlauf, beherrscht den Strecksprung meisterhaft. Der Wildrammler, der was mit ihrer Holländer-Mama hatte, schlägt wohl durch. Zum Schluss ist Prälat dran, ein Holländer. Wenn der Grauweiße über die Stangen der Hindernisse hopst, ist das putzig: gestreckter Absprung, runde Flugbahn knapp über die Stange, Landung eng am Hindernis. Wie schafft er das nur? Der Hoppler mit dem bischöflichen Namen schüttelt kurz die Ohren und findet es normal.

Am Sonnabend, 27. Juni, ist in Altenholz das erste internationale Kaninchen-Springturnier des Landes.

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Cornelia Müller
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