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Die Spendensammler

UKSH-Fundraiser Die Spendensammler

Als Pit Horst, Leiter der landesweit ersten Stabsstelle Fundraising am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), 2011 mit dem Aufbau seiner Abteilung begann, fing er bei null an. „Es gab nichts, keine Strukturen und keine Ansprechpartner.“ Doch genau das sollte sich ändern.

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Kleine, aber wichtige Maßnahme aus dem großen Spendentopf: Pit Horst und Anja Busch von der Stabsstelle Fundraising am UKSH freuen sich über die Rollstühle fürs Parkhaus, mit denen schwache oder verletzte Patienten vom Auto zur behandelnden Klinik geschoben werden können.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Denn am UKSH hatte man zum einen verstanden, dass viele Investitionen ohne die finanzielle Unterstützung von privaten Spendern nicht möglich sind. Zum anderen brauchen gerade diese Spender eine zentrale Anlaufstelle. Inzwischen ist Horsts Team auf fünf Mitarbeiter angewachsen und wirbt unter dem Motto „Gutes tun“ Tag für Tag Geld für Klinikprojekte ein – rund dreieinhalb Millionen Euro in vier Jahren.

Pit Horst hat eine schöne Stelle: Wo er auftaucht, empfängt man ihn mit offenen Armen. Denn er bringt Geld für die Klinik-Clowns, Infusionsspritzpumpen, ein Bettfahrrad für Intensivpatienten oder Rollstühle fürs Parkhaus. Hinter dem Geldsegen steckt harte Arbeit, ein unermüdliches Rühren der Werbetrommel für die Bedeutung des Universitätsklinikums als Maximalversorger. „Angefangen haben wir mit einem Hauptprojekt: dem Ausbau der UKSH-Kita“, sagt Horst, der als studierter Betriebswirt zuvor bei Kiel Marketing die Marke „Kiel. Saling City“ mit aufgebaut hat.

Spender können wählen

Im Jahr 2016 können private Spender aus einer Fülle von Möglichkeiten wählen: zweckgebunden oder ungebunden, online oder per Überweisung, als Trauerspende oder persönlich beim Benefizkonzert. „Der Bereich ist unglaublich vielfältig, der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt“, sagt Horst. Der Blick in die USA, wo – auch aufgrund eines mangelhaften öffentlichen Gesundheitssystems – professionelles Fundraising seit den 60er-Jahren Tradition hat, zeigt zusätzliche Möglichkeiten auf. Bei Benefizkonzerten, Spendenläufen oder Segelregatten, sammeln die Fundraiser nicht nur Spenden, sondern bieten als Dankeschön eine Veranstaltung mit Event-Charakter dazu an. „Viele Projekte und Investitionen am UKSH wären ohne private Spender nicht möglich.“

Neu sind Angebote wie Online-Spenden oder Charity-Shopping. Dabei kann man bei mehr als 400 Online-Shops einkaufen wie gewohnt. Die teilnehmenden Shops zahlen pro Einkauf eine Provision an ausgewählte gemeinnützige Organisationen und Projekte. Das UKSH ist auch dabei. „Den Online-Bereich wollen wir noch ausbauen, das muss schnell und unkompliziert gehen“, sagt Projektleiterin Anja Busch.

Spenden kommen "zu hundert Prozent" an

Pit Horst ist es wichtig, zu betonen, dass die Spenden „zu hundert Prozent“ für den gewünschten Zweck eingesetzt werden. „Die Verwaltungskosten für die Stabsstelle Fundraising trägt das UKSH.“ Zweckfreie Spenden erfreuen die Sammler besonders, denn dann können die Kliniken selbst entscheiden, was am dringendsten benötigt wird. Außerdem wird so vermieden, dass vorwiegend für „emotional starke Bereiche“ wie die Kinderkrebsstation gespendet wird. „Man kann auch ganz allgemein für die Verbesserung der Pflege spenden, das kommt letztlich allen Patienten zugute“, sagt Horst.

Ein bisschen stolz ist er schon darauf, dass es ihm gelungen ist, innerhalb weniger Jahre ein strukturiertes Spendenmanagement und stabile Netzwerke aufzubauen. „Die Resonanz ist extrem positiv, aber es ist noch Luft nach oben.“

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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