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Über 30 Einsätze für Flüchtlinge

Bundeswehr Über 30 Einsätze für Flüchtlinge

300 Bundeswehrkräfte stehen in Schleswig-Holstein bereit, um Flüchtlingen zu helfen. Aktuell sind mehr als 100 im Einsatz — auf Wunsch des Landes und der Kommunen.

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Die Bundeswehr hilft Flüchtlingen.

Quelle: Hendrik Schmidt/dpa

Kiel. Die Bundeswehr hat seit Anfang Juli in Schleswig-Holstein bereits in mehr als 30 Fällen auf Bitten von Kommunen bei der Unterbringung oder Betreuung von Flüchtlingen geholfen. Ein Drittel aller Plätze für Flüchtlinge im Norden habe die Bundeswehr zur Verfügung gestellt, sagte der Kommandeur des Landeskommandos Schleswig-Holstein, Oberst Ralf Güttler, am Freitag in Kiel. Das Landeskommando hilft unter anderem beim Katastrophenschutz oder auch im Zuge der Amtshilfe bei besonderen Problemen wie jetzt den Flüchtlingen. Die endgültige Entscheidung treffe in jedem Einzelfall für ganz Deutschland das Territorialkommando in Berlin.

Von der Bereitstellung von Unterkünften hat sich laut Güttler die Hilfe inzwischen stärker verlagert auf konkrete Maßnahmen wie Essensausgaben oder Betten aufbauen. Für die Aktion „Helfende Hände“ für Flüchtlinge hätten die Einheiten im Norden 300 Soldatinnen und Soldaten abgestellt. Davon waren am Freitag 114 Soldaten für Aufgaben rund um die Flüchtlingsbetreuung im Einsatz.

Am Freitag halfen Bundeswehrsoldaten, etwa dabei Erstaufnahme-Unterkünfte in Wendtorf (Kreis Plön) und in einer ehemaligen Kaserne in Kellinghusen (Kreis Steinburg) bezugsfertig zu machen. In der Kaserne Boostedt (Kreis Segeberg) räumt die Bundeswehr jetzt vorzeitig den letzten von ihr noch genutzten Bereich, so dass dort dann insgesamt 2000 Plätze für Flüchtlingen bereitstehen.

Inzwischen seien alle als Flüchtlingsunterkünfte schnell herzurichtenden Bundeswehreinrichtungen vergeben, sagte Güttler. Falls das Land noch weitere Unterkünfte von der Bundeswehr benötige, müsse dies auf höherer Ebene entschieden werden. Die Ausstattung mit Betten oder anderen Materialien aus Bundeswehrbeständen sei erschöpft: „Die Depots sind geräumt.“

Die Zusammenarbeit mit dem Land, Innenminister Stefan Studt (SPD), dem Landespolizeiamt und den Kommunen lobte Güttler als „tadellos und sehr vertrauensvoll“. Die Lagezentren im Landeskommando und der Polizei in Kiel kooperierten sehr eng. Begonnen habe die Hilfe für Flüchtlinge Anfang Juli, nachdem Studt eine Reserveübung selber absolviert hatte.

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