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Überholverbot hat sich bewährt

B76 Überholverbot hat sich bewährt

Wegen Unfällen mit Toten und Verletzten auf der Bundesstraße 76 besteht seit vergangenem Herbst zwischen Gettorf und Altenhof ein Überholverbot in beide Richtungen. Seitdem erreichten Andreas Brück, Fachgruppenleiter der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde, Lob und Tadel.

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Überholverbot auf der B 76: Längst nicht alle Verkehrsteilnehmer fahren - wie hier - brav in der Kolonne.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Jetzt gibt es eine Neuerung: Langsame Trecker dürfen auf dem Abschnitt zwischen Gettorf und Neudorf-Bornstein überholt werden. Genauer geht es nach seinen Angaben um Kraftfahrzeuge oder Züge, die nicht schneller als 25 Kilometer pro Stunde fahren. „Die Straßenmeisterei hat die Zusatzzeichen jetzt unter den Überholverbotsschildern montiert“, berichtet Brück.

 Die Entscheidung fiel demnach bei einem B 76-Ortstermin der Unfallkommission, worin Straßenverkehrsbehörde, Polizei und Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr vertreten sind. Die Aufweichung des Überholverbotes erfolgt laut Brück mit Blick auf Urlaubszeit, Berufsverkehr und mögliche Staubildungen. Somit sei die durchgezogene weiße Linie auf dem B 76-Abschnitt vom Tisch, weil sie ein striktes Überholverbot bedeuten würde. „Die Schilder reichen aus“, verweist der Fachgruppenleiter auf Erfahrungen andernorts.

 Landwirt Hans-Joachim Dibbern wohnt in Neudorf-Bornstein direkt an der B 76, wo es in der Vergangenheit besonders häufig krachte. Der 68-Jährige erlebte schon viele Unfälle hautnah mit und leistete Erste Hilfe. „Das Überholverbot hat etwas gebracht“, blickt er auf die vergangenen Monate zurück, „es gibt jetzt weniger Springer“. Dibbern meint damit Autofahrer, die beim Überholen in einer Fahrzeugkolonne von Lücke zu Lücke aus- und wieder einscheren. Noch halte sich leider aber längst nicht jeder ans Überholverbot. „Die Polizei sollte hier mal kontrollieren“, sagt er.

 Auch Dirk Reimer von der Gettorfer Polizei sieht die Überholverbotsschilder deshalb nur als ersten Schritt. „Ich empfehle eine durchgezogene Linie, weil sie für viele Autofahrer eine noch größere Hemmschwelle darstellt“, so der stellvertretende Stationsleiter.

 Immerhin gab es seines Wissens auf besagtem B 76-Abschnitt keine schweren Unfälle, seitdem dort das Überholverbot gilt. In der polizeilichen Unfallstatistik 2015 für den Kreis Rendsburg-Eckernförde ragte der Bereich B 76/Neudorf-Bornstein mit vier Verkehrsunfällen mit insgesamt vier Toten, einem Schwer- und sechs Leichtverletzten als tragische Spitze heraus. „Glücklicherweise gab es in diesem Jahr noch gar keinen Unfall in diesem Bereich“, teilt Dieter Teetzen von der Polizeidirektion Neumünster mit.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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