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Frachter verlor Anker bereits vor Helgoland

Havarie in der Elbe Frachter verlor Anker bereits vor Helgoland

Im Fall des havarierten Containerfrachters „CSCL Indian Ocean“ wurden jetzt weitere Details bekannt. So gab es wenige Stunden vor der Grundberührung auf der Elbe bereits in der Deutschen Bucht einen Zwischenfall mit dem Schiff: Es verlor seinen Anker vor Helgoland.

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Der havarierte Frachter verlor bereits vor Helgoland einen Anker.

Quelle: Frank Behling

Stade. Der 400 Meter lange Frachter war von England kommend zunächst auf der Tiefwasserreede vor Helgoland zu einem Ankerplatz gefahren, da die Besatzung dort auf ein Zeitfenster fürs Einlaufen in die Elbe warten sollte. Bei dem Ankermanöver verlor die „CSCL Indian Ocean“ auf der Tiefwasserreede jedoch einen ihrer beiden Anker. Der Steuerbordanker und mehr als 100 Meter Ankerkette gingen auf einer Position westlich von Helgoland verloren. Deshalb trat die „CSCL Indian Ocean“ gegen 16 Uhr am Mittwoch die Fahrt elbaufwärts nach Hamburg mit nur einem Anker an.

Die Revierzentrale für die Elbe machte dem Schiff nach KN-Informationen auch keine Auflage zur Begleitung durch einen Schlepper.

Ob das Auflaufen des 400 Meter langen und 59 Meter breiten Kolosses durch Anker hätte verhindert werden können, steht noch nicht fest. So hatten die Lotsen und der Kapitän aus Sicherheitsgründen auch auf den Einsatz des anderen Ankers verzichtet, da der tonnenschwere Anker bei der Grundberührung möglicherweise zwischen Schiffsboden und Elbgrund geraten wäre. Dabei hätte er den Doppelboden des Frachters aufgerissen werden können.

Hier sehen Sie Bilder von der Havarie des Riesenfrachters in der Elbe

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Das Havariekommando in Cuxhaven bestätigte das Fehlen des Ankers. Der etwa zehn Tonnen schwere Anker spielt aber auch für die jetzt kommende Bergungsoperation keine Rolle. Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung in Hamburg hat seine Arbeit zur Ursachenermittlung ebenfalls aufgenommen. Die Hamburger Bundesbehörde wird für die Ermittlung alle Aufzeichnungen der Radarbilder und Funkverkehre während des Verlaufs der Reise von der Tiefwasserreede bis zum Ort der Strandung auswerten.  Für die Ermittlungen werden mehrere Monate veranschlagt.

Die Position des Ankers wurde inzwischen in den Nachrichten für Seefahrer als Warnhinweis durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie für andere Schiffe bekannt gemacht.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Havarie in der Elbe
Foto: Der Unglücksfrachter wird für die Bergung vorbereitet.

An dem auf der Elbe havarierten Containerfrachter „CSCL Indian Ocean“ haben die Vorbereitungen für den entscheidenden Schleppversuch begonnen. An dem 400 Meter langen Containerriesen sind mehrere Bagger und Spezialfahrzeuge im Einsatz.

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