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Geldsegen für Top-Forscher

Uni Kiel Geldsegen für Top-Forscher

Noch mehr Geld und das auch noch dauerhaft: Mit 533 Millionen Euro jährlich wollen Bund und Länder künftig die wissenschaftliche Elite fördern. Davon profitiert auch die Spitzenforschung an der Kieler Universität.

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Einblick ins Kieler Nanolabor: Die Universität hofft auf Förderung ihrer Wissenschaftler in der dritten Förderphase der Exzellenzinitiative.

Quelle: hfr

Kiel/Berlin. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz in Berlin beschloss am Freitag die Details des Nachfolgeprogramms für die Ende 2017 auslaufende „Exzellenzinitiative“. Prof. Lutz Kipp, Präsident der Kieler Universität, sprach von einer hervorragenden Basis, „mit der wir gut in die nächsten Jahre gehen können“. Zustimmung kommt auch von Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD).

 Schon kurz vor dem Treffen war durchgesickert, dass sich Bund und Länder weitgehend an dem im Januar veröffentlichten Gutachten der Imboden-Kommission orientiert haben. Das Gutachter-Gremium, benannt nach dem Vorsitzenden Dieter Imboden, hatte dem 2006 gestarteten Förderprogramm, in das der Bund 75 Prozent und die Länder 25 Prozent zahlen, bescheinigt, Dynamik in die deutsche Wissenschaftslandschaft gebracht zu haben. Sie empfahlen jedoch, den Erfolgskurs in der dritten Förderrunde in anderer Form fortzusetzen, um „auf Augenhöhe mit den Besten in der Welt“ zu gelangen. So soll es künftig statt drei nur noch zwei Förderlinien geben: ein Millionen-Geldsegen für einige wenige Exzellenz-Universitäten und für etwa 50 Forschungsverbünde, sogenannte Exzellenzcluster. Wegfallen wird demnach die finanzkräftige Unterstützung von Graduiertenschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs, die in die Strukturen der Universitäten überführt werden.

 Insbesondere die Entscheidung für die Exzellenzcluster bietet laut Alheit den schleswig-holsteinischen Hochschulen eine große Chance: „Sie erlaubt Universitäten die Zusammenarbeit und stärkt damit auch viele Hochschulen, die nicht zur kleinen Anzahl Exzellenz-Universitäten zählen.“ Gute Voraussetzungen also, um „weiter wie bisher im Wettbewerb erfolgreich zu sein“. Das sieht Uni-Präsident Kipp ähnlich. Die Kieler Universität gehe selbstbewusst in den Wettbewerb. Bereits in den beiden vergangenen Förderperioden gehörte sie mit insgesamt 160 Millionen Euro Unterstützung zu den Siegern: Unter ihrer Leitung stehen der Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“, an dem auch das Kieler Geomar Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung, die Muthesius Kunsthochschule und das Institut für Weltwirtschaft beteiligt sind, sowie der Verbund „Inflammation at Interfaces“ (Entzündungsforschung an den Grenzflächen der Körperorgane), dem unter anderem das Uniklinikum Schleswig-Holstein und die Lübecker Universität angehören.

 In die nächste Runde geht die Kieler Universität mit vier Anträgen ins Rennen: in den Bereichen Gesellschaft, Umwelt und Kultur im Wandel, Meereswissenschaften, Lebenswissenschaften und Nanowissenschaften. Nur wenn zwei als Exzellenzcluster anerkannt würden, hätte sie die Chance, den lukrativen Elite-Status über die zweite Förderlinie, die insgesamt 148 Millionen Euro umfasst, zu ergattern. Ein Punkt, an dem sich die Hochschulrektorenkonferenz reibt: Sie kritisiert die Hürden zur zweiten Förderlinie als zu hoch. Die Vereinbarung müssen die Regierungschefs am 16. Juni zwar noch endgültig beschließen. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) pries das reformierte Programm jedoch schon jetzt dafür, die deutschen Unis weiter voranzubringen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Mit Eliten-Förderung tut sich das deutsche Bildungssystem bekanntlich schwer. Man denke nur an die Hochbegabtenförderung an den Schulen, die vielerorts ein Schattendasein führt. Seit die Exzellenzinitiative 2006 an den Start ging, hagelte es auch hier immer wieder zum Teil berechtigt Kritik.

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