19 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Spitzenforschung im Schulterschluss

Universitäten Kiel und Lübeck Spitzenforschung im Schulterschluss

Die Universitäten Kiel und Lübeck halten an der Spitzenforschung in Medizin fest. Im ungewohnt demonstrativen Schulterschluss warben beide Hochschulen eindringlich beim Parlamentarischen Abend vor etwa 80 Gästen aus Politik und Hochschulen in Kiel für eine Initiative zur Präzisionsmedizin.

Voriger Artikel
Bagger saugt Körperteil aus dem Köhlbrand
Nächster Artikel
Mehr Schutz für Flüchtlingskinder gefordert

Die Unipräsidenten Lutz Kipp (Kiel) und Hendrik Lehnert (Lübeck) trommelten zusammen mit Stefan Schreiber, Sprecher des Forschungsverbunds (Exzellenzcluster, von links)) für ihre gemeinsame Initiative.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Mitder Initiative zur Präzisionsmedizin wollen sie gestärkt ins Rennen um eine weitere Exzellenz-Förderung für den Forschungsverbund Entzündungsforschung gehen.

Gleich zur Eröffnung lobte Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) das millionenschwere Programm Exzellenzinitiative dafür, bereits eine „Menge an Dynamik“ für den Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein gebracht zu haben. Bis 2017 fördern der Bund (zu 75 Prozent) und die Länder (25 Prozent) Spitzenforschung mit 540 Millionen Euro pro Jahr. Gerade bei dem daraus geförderten Forschungsverbund Entzündungsforschung in Kiel und Lübeck habe es eine bisher nie dagewesene Breite und Tiefe gegeben, begründete die Ministerin die politische wie finanzielle Rückendeckung, sich um eine dritte Förderperiode zu bewerben: „Wir unterstützen die Universitäten nach Kräften, auf diesem Weg zum Erfolg weiterzugehen.“ Acht Millionen Euro will das Land für ein bundesweit einmaliges Modell zur Spitzenforschung zahlen: Nach dem von den Universitätspräsidenten Prof. Lutz Kipp (Kiel) und Prof. Hendrik Lehnert (Lübeck) vorgestellten Konzept sollen acht sogenannte „Schleswig-Holstein-Excellence-Chairs“, spezielle Professuren mit Nachwuchsgruppen, die bisherige Kompetenz bündeln und ausbauen.

 Bewerben können sich schleswig-holsteinische Professoren und Professorinnen, die einen inhaltlichen und organisatorischen Rahmen für den Schwerpunkt „Präzisionsmedizin in Schleswig-Holstein“ mit dem Fokus auf Entzündung schaffen. Größtmögliche Autonomie, Führung durch die Universitäten und wissenschaftliche Karriereperspektiven – mit diesen Aussichten setzen Kipp, Lehnert und der Kieler Professor Stefan Schreiber, Sprecher des Forschungsverbundes Entzündungsforschung darauf, die klügsten Köpfe des Landes vom Abwandern an andere deutsche Standorte oder ins Ausland abhalten zu können.

 Spitzenforschung sei ein „extrem wichtiges Element“ für die Zukunft des Landes, so Kipp. Die Initiative trage dazu bei, sie zu sichern. Mit Blick auf die Gesundheitsbranche und den demografischen Wandel sprach Lehnert ebenfalls von einer großen Chance für Schleswig-Holstein als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort: „Dieses extrem erfolgreiche Netzwerk, das weltweite Standards gesetzt hat, wollen wir nun weiter ausbauen und verstärken.“ Von der „Talentschmiede“ erwartet Schreiber, Direktor für Innere Medizin am Uni-Klinikum, nicht nur „viel mehr Spin“, sondern auch einen großen Nutzen für Kranke: Schon jetzt hätten die Erkenntnisse aus der Forschung dazu geführt, die Entzündungskrankheiten besser kontrollieren zu können. Man starte nicht nur gestärkt in die Bewerbung um eine weitere Förderung, es sei auch eine Entwicklung, von der Patienten durch die enge Verzahnung der Krankenversorgung am zweitgrößten Klinikum Deutschlands und Spitzenforschung profitierten: „Sie werden nach den allerneuesten Erkenntnissen behandelt.“

 Die Hoffnung bei den Hochschulen ist groß, den Zuschlag für eine weitere Förderung zu erhalten, da sie sich nach den Hauptempfehlungen der Imboden-Kommission orientierten: Die Gutachter hatten einen stärkeren Ausbau der universitären Steuerung und schärfere Profilbildung gefordert. Die Wissenschaftskonferenz legt erst am 22. Mai die Kriterien für die Bewerbung fest. Vor dem Hintergrund appellierte Kipp an die Politik, den Universitäten mindestens eine einjährige Übergangsfrist einzuräumen. Nach dem Loblied auf die Exzellenzinitiative überraschte der Österreichische Prof. Christoph Kratky, Mitglied der Imboden-Kommission, mit der kritischen Feststellung, dass diese Unterstützung für die Spitzenforschung im internationalen Vergleich recht wenig sei: „Die Universitäten in Deutschland sind unterfinanziert.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

Das THW-Magazin

Erfahren Sie mehr!
Einblicke hinter die
Kulissen des THW-Kiel

KN-KSV-Liveticker

Verfolgen Sie alle Spiele von Holstein Kiel im KN-KSV-Liveticker.

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Kommentar

Seit die Exzellenzinitiative 2006 an den Start ging, hagelte es auch immer wieder berechtigt Kritik: Wo bleibt die Förderung für die Lehre? Wo die Planungssicherheit für den wissenschaftlichen Nachwuchs? Doch im Großen und Ganzen trug der Millionensegen auch nach Einschätzung der Gutachter zum Erfolg bei.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3