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Mit einer Krake auf dem Sprung zu guten Taten

Unterstützer gesucht Mit einer Krake auf dem Sprung zu guten Taten

Die Krake kann mit seinen acht Armen viele Informationen gleichzeitig aufnehmen und ist äußerst lernfähig. Deshalb wird der Tintenfisch einer neuen Internet-Plattform den Namen geben: „Tatenkrake“ soll Flüchtlinge, die Hilfe suchen, und Helfer, die das bieten, mit ein paar Klicks zueinander bringen.

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Die Gründungsmitglieder vom Verein „Tatenkrake“ in ihrem Büro am Asmus-Bremer-Platz (von links): Harald Petersen (52), Lars Lehners (33), Klaus Stenner (55), Nana Mesterheide (36), Stefan Mehne (50), Sybille Kambeck (34), Klaus Schaper (29), Benjamin Raschke (31)

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Die Idee hatte die Kieler Kommunikationsdesignerin Sybille Kambeck. „Es gibt viele Einzelpersonen und Initiativen, die Flüchtlinge unterstützen möchten. Auf der anderen Seite sind da die Flüchtlinge, die viele Fragen haben, Hilfe suchen und auch selbst anbieten. Doch bisher finden beide meist nur über Umwegen oder Zufall zueinander. Ich fand, das muss im digitalen Zeitalter besser gehen“, sagt die 34-Jährige.

 Tatsächlich beklagen viele Hilfswillige, dass ihre Bereitschaft versandet, weil die Koordination noch nicht optimal läuft. Zwar gibt es ein riesiges Netzwerk von Helfern in der Facebook-Initiative „Kiel hilft Flüchtlingen“. Das hat sich als ideal für eine schnelle Mobilisierung und Soforthilfe erwiesen. Aber viele Bürger haben Vorbehalte gegenüber Facebook. Außerdem wird dort nur auf Deutsch kommuniziert, das schließt die meisten Flüchtlinge aus.

 „Wir möchten eine unabhängige Internet-Plattform, die sich selbst erklärt und von allen leicht zu nutzen ist. Wir sehen uns dabei nicht als Konkurrenz, sondern als Weiterentwicklung der Facebook-Initiative und arbeiten deshalb auch mit ihr zusammen“, erklärt Webdesigner Lars Lehners (33). Wer die „Tatenkrake“ aufruft, soll zwei Knöpfe finden: Hilfe anbieten und Hilfe suchen. Von diesen geht es dann weiter – in verschiedenen Sprachen und mit so wenig Text wie möglich. Das System wird zwar für Kiel entwickelt, soll aber überall einsetzbar sein. „Die Menschen engagieren sich heute spontaner, wollen sich nicht langfristig an Vereine binden. Das wollen wir ermöglichen, damit kein Engagement verpufft“, sagt Jurist Klaus Schaper (29).

 Auch der Diplom-Informatiker Harald Petersen (52) war sofort von der Idee Kambecks fasziniert, die sie auf dem Barcamp und beim Vernetzungstreffer der Flüchtlingsunterstützer Anfang September vorstellte. In kurzer Zeit fanden sich zehn Leute, gründeten einen Verein und haben nun ein separates Büro bezogen, das ihnen die Kieler Nachrichten zur Verfügung stellen. „Das Problem ist, dass wir alle Vollzeit arbeiten und Tatenkrake ehrenamtlich und ohne Budget entwickeln“, sagt Systemadministrator Stefan Mehne (50). Die Gruppe sucht deshalb dringend weitere Unterstützer, vor allem Web-Entwickler, Übersetzer und Sponsoren. „Toppoint e.V und Opencampus haben uns bereits geholfen, auch die Firmen TNG und Hugo Hamann“, lobt Nana Mesterheide (36), „sonst hätten wir gar nicht starten können.“

 Spendenkonto:

 Tatenkrake e.V. IBAN: DE52 2104 0010 0610 0051 00

  www.tatenkrake.de

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