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Feuerwehr hatte viele Einsätze

Unwetter in der Nacht Feuerwehr hatte viele Einsätze

Es war die Nacht der Blitze: Abertausende erhellten über Stunden in kurzen Abständen in der Nacht zu Sonntag den Himmel über Schleswig-Holstein, zum Teil begleitet von Donnergrollen, Starkregen und schweren Sturmböen. Keller liefen voll, vereinzelt schlugen Blitze ein.

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In vielen Orten waren die Straßen überschwemmt.

Quelle: Daniel Friederichs (Symbolfoto)

Kiel. Am Sonntag wurde es zunächst ruhiger, bis am Nachmittag erneut schwere Unwetter mit Gewitter und Starkregen aufzogen. Auf dem Boden strapazierten vor allem auf der A1 und A7 am Wochenende immer wieder Staus die Geduld der Autofahrer. Wer konnte, blieb vor allem am Sonntag am Wasser, um sich bei schwülen Temperaturen bis zu 30 Grad eine Erfrischung zu gönnen.

Tief Kitty brachte Abkühlung

Am Sonnabend war im Norden bereits das Tief Kitty zu spüren, während der Rest der Republik noch unter der Hitze von Hoch Gerd stöhnte. In Saarbrücken wurde mit 37,9 Grad ein neuer Wärmerekord für 2016 gemessen. In Norddeutschland wurden die Fernsehzuschauer am Sonnabend kurz vor Mitternacht ausdrücklich auf eine unruhige Nacht hingewiesen: Der Deutsche Wetterdienst hatte vor Gewittern, Starkregen mit bis zu 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit, Hagel und Orkanböen gewarnt – vor allem in Niedersachsen, aber auch in Schleswig-Holstein. Während viele Bürger die Nacht der Blitze einfach verschliefen, wurden die Feuerwehren im Land immer wieder zu Einsätzen gerufen. Mehrfach seien Blitze eingeschlagen, aber offenbar niemand verletzt worden, hieß es bei der Leitstelle Nord.

Keller liefen voll, Bäume blockierten Straßen, vereinzelt schlug Blitze ein, bestätigte die Leitstelle Nord am frühen Sonntag. Ein Blitz hat wahrscheinlich auch den Dachstuhl eines Einfamilienhauses in Hanerau-Hademarschen in Brand gesetzt: Die beiden Bewohner war durch einen Knall aus dem Schlaf gerissen worden und konnten sich rechtzeitig ins Freie retten. Auch bei den anderen Blitzeinschläge gab es offenbar keine Verletzten. Möglicherweise wurde auch ein Brand am Sonntag in einem Ferienhaus im Ostseeressort Olpenitz bei Kappeln durch Blitzeinschlag verursacht. Das Ferienhaus soll noch unbewohnt gewesen sein.

In Norderstedt wurde die Feuerwehr am Sonntagnachmittag zu 25 Einsätzen gerufen. Es gab einen Blitzeinschlag in einem Dachstuhl sowie einen schweren Verkehrsunfall. Vor allem war die Feuerwehr aber dort im Einsatz, wo Äste und Ziegel drohten herunterzustürzen. Auch Keller musste die Feuerwehr leerpumpen.

Unwetterwarnung des DWD

Am frühen Sonntagmorgen wurde die Unwetterwarnung für Schleswig-Holstein wieder aufgehoben, am Nachmittag aber erneuert. In Hamburg liefen Unterführungen voll, Kreuzungen standen unter Wasser, teilte die Berufsfeuerwehr am Sonntagabend mit. Die Helfer mussten zu mehr als 100 Einsätzen ausrücken. Die Bahn stellte den Regionalverkehr zwischen Lüneburg und Lübeck vorübergehend ein, nachdem ein Baum auf die Gleise gestürzt war. Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtete, musste ein Konzert der Band Deine Freunde im Stadtpark abgebrochen werden.

Bereits am Sonnabend war die Feuerwehr ausgerückt, um Autofahrer mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen: In einem kilometerlangen Staus auf der A1 in Hamburg wurde drei Stunden lang Wasser an die Reisenden – oft Urlauberfamilien oder Ausflügler auf der Heimfahrt – verteilt. Wegen einer Baustelle hatte sich der Verkehr zwischen den Anschlussstellen Öjendorf und Kreuz Süd in Richtung Süden erheblich gestaut. Bei Lübeck musste die A1 nach einem Unfall mit vier Verletzten eine halbe Stunden lang in beiden Richtungen voll gesperrt werden. Auch am Sonntag kamen Autofahrer in Norddeutschland teilweise nur schleppend voran – vor allem auf den Autobahnen A1, A7 und A20. Auch bei der Rückreise von Sylt mussten Autofahrer viel Geduld mitbringen. Zum Wochenstart soll Tief Kitty kühleres Wetter mit Höchstwerten von 18 bis 22 Grad bringen.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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