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Sporttests für alle Grundschulen

Verbände fordern Sporttests für alle Grundschulen

Der Landesverband der Sportlehrer fordert die flächendeckende Einführung regelmäßiger Sporttests an allen Grundschulen Schleswig-Holsteins. Ziel: Identifizierung von Talenten sowie frühzeitige Erkennung und Ausgleich motorischer Defizite.

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Grundschüler so wie hier die Zweitklässler an der Kieler Schule am Heidenberger Teich sollen künftig sportlich gezielter gefördert werden. Deshalb fordern Verbände regelmäßige "Bewegungschecks" an allen Grundschulen des Landes.

Quelle: Thomas Eisenkraetzer

Kiel. Das Bildungsministerium will die Einführung solcher Tests zwar prüfen, nannte dazu aber noch keinen Zeitplan oder Rahmenbedingungen. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) bestätigte auf dem Sportlehrertag in Kiel einen entsprechenden Prüfauftrag zu Bewegungschecks und sportlicher Talentförderung aufgrund einer dazu im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Vereinbarung. „Nun hoffen wir, dass im kommenden Jahr klar wird, ob und wie wir uns eine flächendeckende Einführung solcher Tests vorstellen können.“ Zuvor müssten aber noch Erfahrungen anderer Bundesländer mit unterschiedlichen Konzepten ausgewertet werden.

Der Landessportlehrerverband (LSV) sieht die Schulen allerdings nur begrenzt in der Pflicht bei der Sichtung sportlicher Talente. Das sei im Wesentlichen die Aufgabe von Sportvereinen. „Die Schulen sind hingegen besonders in der Verantwortung, Angebote für Schüler vorzuhalten, die eine Förderung brauchen. Das gilt auch für solche mit motorischen Defiziten“, betont LSV-Vorsitzender Achim Rix. Eine Studie in Brandenburg ergab, dass jeder zehnte Schüler solche Defizite hat.

Deshalb habe der Sportlehrerverband das Projekt „Sport Extra“ für Grundschüler in prekären Lebenssituationen und/oder mit Koordinations- und Fitnessproblemen entwickelt. Dieses Projekt könne zunächst an zehn Brennpunktschulen des Landes eingeführt werden.

„Das Problem dabei ist nur: Dafür bräuchten wir 20 zusätzliche Lehrerwochenstunden, je zwei pro ausgewählter Schule. Aus eigener Kraft können Schulen die Zusatzförderung nicht stemmen.“Zusagen für solche zusätzlichen Sport-Förderstunden wollte die Ministerin auf dem Sportlehrertag nicht geben.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kommentar

Ja, schon klar: Sport ist (oft) gesund, macht (meistens) Spaß, fördert (in aller Regel) soziale Kompetenz. Nun registrieren Pädagogen immer mehr verhaltensauffällige, dicke, unbewegliche Schulkinder, die damit auch ein deutlich höheres Risiko chronischer Erkrankungen in sich tragen.

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