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Kadetten müssen ohne Schulschiff trainieren

Vereidigung Kadetten müssen ohne Schulschiff trainieren

Personalmangel, Einsätze und alternde Einheiten sorgen für Sorgenfalten bei den Soldaten. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat deshalb die Vereidigung der 256 Offizieranwärter des Jahrgangs 2016 in ihre Sommerreise durch die Streitkräfte eingebunden.

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Ursula von der Leyen würdigte die Entscheidung der Kadetten, sich für einen der „facettenreichsten, spannendsten und sicher auch einen der anspruchsvollsten Berufe“ entschieden zu haben.

Quelle: Frank Behling

Flensburg. Angetreten vor der Marineschule erinnerte die Ministerin dabei zunächst an die angespannte Sicherheitslage und bereitete die jungen Frauen und Männer darauf vor, ihren Dienst nicht nur auf Nord- und Ostsee leisten zu müssen. „In dieser unübersichtlichen Zeit haben Sie sich entschieden, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung, die weit über Ihren eigenen Lebensradius hinausgeht“ sagte die Ministerin. 

Ursula von der Leyen würdigte die Entscheidung der Kadetten, sich für einen der „facettenreichsten, spannendsten und sicher auch einen der anspruchsvollsten Berufe“ entschieden zu haben. Der Dienst bei der Marine werde den Soldaten auch viel abverlangen. „Sie werden Einschränkungen in Kauf nehmen müssen, die andere in Ihrem Alter so nicht kennen, körperliche Strapazen auf See in allen Wetterlagen, die räumliche Enge an Bord, die eingeschränkte Privatsphäre, die Trennung von der Familie“, so die Ministerin. 

256 Offiziersanwärter des Jahrgangs 2016 wurden vereidigt.

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Bis das aber so weit ist, wird es noch einige Zeit dauern. Die Deutsche Marine hat zur Zeit keine Kapazitäten für die Ausbildung des Offiziersnachwuchs. Das Segelschulschiff „Gorch Fock“ liegt noch bis zum Frühjahr in der Werft. Noch schlimmer sieht es mit den grauen Schiffen aus. Absolutes Novum in diesem Jahr: Die Marine kann in diesem Jahr nicht einmal ihren Einsatz- und Ausbildungsverband zusammenstellen. Dieser EAV war bislang der Einsatzverband für Krisenfälle. Gleichzeitig wurde er im Frühjahr für die Ausbildung genutzt. Die schwimmende Flotte ist angesichts der Auswirkungen der Soldatenarbeitszeit-Richtlinie, der vielen Einsätze und vielen nicht fahrbereiten Einheiten nicht mal mehr in der Lage, ihren Zusagen für die Nato-Einsatzverbände nachzukommen. 

Für Fragen der Medien stand die Ministerin bei dem Besuch in Mürwik nicht zur Verfügung. Zur Lage der Marine wolle sie sich später im Verlauf der Sommerreise äußern, hieß es am Rande. 

Den jungen Soldaten sicherte sie volle Anerkennung zu. „Für diesen Dienst, den Sie sich ausgesucht haben, brauchen Sie einen starken Willen und einen festen inneren Kompass. Sie brauchen Disziplin, Durchhaltevermögen, Urteilskraft und Wissen.“

Die 256 Soldaten der Crew VII/2016 sind sehr bunt gemischt. Darunter sind 43 Frauen sowie zehn Soldaten ausländischer Partnermarinen wie Frankreich und Südkorea. Vier Wochen nach dem Dienstantritt haben die Kadetten die Grundausbildung absolviert. Für die Seefahrt stehen vorerst nur Dienstsegelboote der Marineschule bereit.

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