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Polizei nahm Schwangere fest

Baby-Handel in Rendsburg Polizei nahm Schwangere fest

Schwere Anschuldigungen gegen eine Zeitsoldatin der Bundeswehr: Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt gegen eine 24-Jährige wegen versuchten Kinderhandels. Die Frau soll in einem Internetforum ihr ungeborenes Kind für 30000 Euro zum Kauf angeboten haben.

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Die Polizei ermittelt gegen eine Frau wegen des versuchten Kinderhandels.

Quelle: Imke Schröder (Symbolbild)

Kiel. Auslöser waren Recherchen des Sat.1-Magazins „Akte 2016“ zum Thema Leihmutterschaft. In einem Internetforum hatten Reporter die Annonce der 24-Jährigen entdeckt und Kontakt mit ihr aufgenommen. Unter dem Pseudonym „Conny“ hatte die junge Frau im März diesen Jahres angeboten, ihr ungeborenes Kind an eine Familie abgeben zu wollen, die „keine Sozialhilfe“ bezieht oder „schwer krank“ ist. „Ich suche liebevolle Eltern, die sich ums Kind kümmern und wissen, dass es nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen mit einem Kind ist.“ Das Geld wollte die Soldatin, die eigenen Angaben zufolge ins Ausland auswandern will, als Startkapital für sich und ihren dreijährigen Sohn nutzen.

Reporter hatten sich am vergangenen Sonntag mit der Frau in Rendsburg am Bahnhof getroffen und mit versteckter Kamera gefilmt. Die 24-Jährige, die nach Informationen unserer Zeitung aus der Nähe von Hohn stammt, zeigte Ultraschallbilder des Kindes und berichtete, in der 31. Schwangerschaftswoche zu sein. Der ungeborene Junge stamme aus einer Kurzbeziehung mit einem niederländischen Soldaten, der allerdings nichts von seiner Vaterschaft wisse. Was die Frau nicht ahnte: Das TV-Team hatte zuvor die Polizei eingeschaltet. Noch während der Dreharbeiten wurde die 24-Jährige festgenommen.

Beschuldigte ist zurzeit wieder frei

Nach Polizei-Angaben befindet sich die Beschuldigte inzwischen wieder auf freiem Fuß. Gegen sie ermitteln die Beamten wegen versuchten Kinderhandels, sagt der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler. Noch sei allerdings unklar, „ob man schon in den Bereich einer Straftat gelangt ist“. Der entsprechende Paragraf 236 des Strafgesetzbuches gilt erst für Kinder, die bereits zur Welt gebracht worden sind. Einen Haftbefehl beantragte die Staatsanwaltschaft nicht.

Nach KN-Informationen hat die junge Frau, bei der es sich um eine Angehörige der Luftwaffe handelt, bereits Anfang der Woche ihre Vorgesetzten bei der Bundeswehr über die Ermittlungen der Kriminalpolizei informiert. „Von unserer Seite ist die Mitteilungspflicht gegenüber der Bundeswehr noch nicht wahrgenommen worden“, sagt Bieler. Das Landeskommando in Kiel hatte auf Nachfrage keine Kenntnis von dem Vorfall.

Zum weiteren Vorgehen der Behörden konnte die Staatsanwaltschaft noch keine Angaben machen. Die Polizei werde allerdings Kontakt zu Beratungsstellen für die werdende Mutter herstellen, so Bieler. Auch das zuständige Jugendamt ist nach Informationen unserer Zeitung eingeschaltet worden.

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Fall in Rendsburg
Foto: Szene aus der Sat.1-Sendung „Akte 2016“: In Rendsburg trafen sich die Schwangere und die Reporter zum Gespräch. Ein Ultraschallbild zeigt das Ungeborene.

Der Fall lässt jeden erschrecken: Eine 24-Jährige soll für 30.000 Euro ihr ungeborenes Kind angeboten haben. Ein TV-Team deckt die Geschichte auf und wirft ein Schlaglicht auf den illegalen Baby-Markt. Der kennt kaum Grenzen.

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