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Lübeck: Terrorverdächtiger festgenommen

"Jabhat al-Nusra" Lübeck: Terrorverdächtiger festgenommen

Die Bundesanwaltschaft hat am Montag in Norddeutschland vier Syrer wegen mutmaßlicher Mitgliedschaft in einer Terrororganisation im Ausland festnehmen lassen. Sie sollen in ihrer Heimat der Terrormiliz Al-Nusra-Front angehört haben, wie in Karlsruhe mitgeteilt wurde.

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Polizisten aus Schleswig-Holstein waren bei der Festnahme in Lübeck beteiligt.

Quelle: Ulf Dahl

Lübeck/Karlsruhe. Die Männer im Alter von 39, 41, 44 und 51 Jahren wurden demnach in Lübeck sowie in Hamburg und Umgebung gefasst und ihre Wohnungen durchsucht. Nach Informationen der «Bild»-Zeitung fand einer der Polizeieinsätze mit Unterstützung von Spezialkräften in Seevetal (Landkreis Harburg) statt.

Den Männern wird vorgeworfen, sich spätestens im November 2012 der Al-Kaida-nahen Al-Nusra-Front angeschlossen zu haben. Sie sollen an Kämpfen gegen syrische Regierungstruppen und die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) teilgenommen oder die Miliz dabei unterstützt haben. Bewaffnet mit einem Sturmgewehr hätten sie Wachdienste für die Miliz in der nordsyrischen Stadt Ra's al-'Ain geleistet.

Zwei der Männer stehen außerdem im Verdacht, Anhänger der Regierung von Präsident Baschar al-Assad vertrieben und das Anwesen der Familie geplündert zu haben. Der 51-Jährige sei mit einem Pick-up mit aufmontiertem Maschinengewehr durch den kurdischen Teil der Stadt gefahren und habe die Bewohner zum Verlassen der Ortschaft aufgefordert. Diese Taten wertet die Bundesanwaltschaft als Kriegsverbrechen und Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Drei der Festgenommenen sind den Angaben zufolge Brüder. Dass der Vierte ebenfalls zur Familie gehört, wurde auf Nachfrage weder bestätigt noch dementiert. Seit wann sich die Männer in Deutschland aufhalten und wie sie hierher kamen, wurde nicht mitgeteilt. Bereits am 30. Mai seien Haftbefehle gegen die vier Verdächtigen erlassen worden.

Die Festgenommenen sollen am Dienstag dem Ermittlungsrichter in Karlsruhe vorgeführt werden. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) erklärte am Montag: «Die heutigen Festnahmen sind ein weiterer wichtiger Schlag gegen islamistische Gefährder.»

Von KN

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