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Alarm in Tierparks im Norden

Vogelgrippe Alarm in Tierparks im Norden

Der Verdacht hat sich bestätigt: Im Hamburger Tierpark Hagenbeck gibt es die ersten Fälle von Vogelgrippe. Am Dienstag blieb der Park geschlossen. Eine Nachricht, die in der Branche für Nervosität sorgt. Die Parks in Schleswig-Holstein erhöhen die Sicherheitsvorkehrungen für ihre seltenen Bestände.

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Die Geflügelpest ist bei den Zoo-Gänsen angekommen: Bei drei verendeten Tieren in Hagenbecks Tierpark konnte der Influenza-Virus H5N8 nachgewiesen werden.

Quelle: Bodo Marks/dpa

Hamburg/Kiel. Drei verendete Gänse wurden bei Hagenbeck positiv auf das Influenza-A-Virus H5N8 getestet, teilte eine Sprecherin des Tierparks mit. Die Tiere waren am Montag tot in ihren Stallungen gefunden worden. Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts stellten bei einer Laboruntersuchung dann die Vogelgrippe fest. 20 Gänse sollen nun gekeult werden. „Das ist nötig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern“, sagte der Veterinär des Tierparks, Michael Flügger.

Wie lange der Park geschlossen bleiben muss, ist noch unklar. Laut Gesundheitsbehörde zunächst einschließlich bis Donnerstag, weil der Vogelbestand des Parks untersucht werden muss, um weitere Infektionsfälle auszuschließen. „Weiter können wir noch nicht planen“, sagte Rico Schmidt, Sprecher der Gesundheitsbehörde. Mit den Experten, der Behörde und den Amtstierärzten sollten nun weitere Schritte abgestimmt werden, um die restlichen Tiere des Parks bestmöglich zu schützen.

Anders sieht es in Schleswig-Holstein aus: Hier bleiben die Parks geöffnet. Eine vorsorgliche Schließung käme auch nicht infrage, sagt Wolf-Gunthram Freiherr von Schenck, Geschäftsführer des Wildparks Eekholt in Großenaspe (Kreis Segeberg).

Sicherheitsvorkehrungen in Schleswig-Holstein

Alles, was präventiv zum Schutz der mehr als hundert Vögel getan werden könne, sei umgesetzt worden. Die Besucher müssen über Desinfektionsmatten gehen, wenn sie den Park betreten oder verlassen. Für die Mitarbeiter gehöre Hygiene zum Alltagsgeschäft: „Wir haben bekanntlich eine Pflegestation für verletzte Tiere, wodurch die Standards grundsätzlich sehr hoch sind“, sagte Schenck. Dennoch: Um Ansteckungen zu vermeiden, dürften zurzeit keine kranken Vögel in der Pflegestation angenommen werden. „Und wir haben unsere Störche, die eigentlich erst bei Temperaturen von minus zehn Grad ins Winterquartier wechseln, bereits ins Lager gebracht“, sagte der Tierpark-Chef.

Auf Anweisung des Veterinäramtes sind im Tierpark Neumünster fast alle Vögel in geschlossenen Stallungen untergebracht worden. Auch im Tierpark Gettorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) sind die gefährdeten Tiere, darunter seltene Sittiche und Papageien, in Sicherheit gebracht worden. Beide Parks bleiben aber geöffnet. „Unter Hochdruck werden zurzeit die Außengehege umgebaut, damit diese wieder genutzt werden können, ohne dass für die Tiere eine Ansteckungsgefahr bestehen kann“, sagte der Gettorfer Tierpark-Chef Jörg Bumann. Trotz aller Vorsorge sei die Anspannung groß, „zumal grundsätzlich in dieser Jahreszeit die Sterblichkeitsrate bei Vögeln höher ist als im Rest des Jahres“.

Bereits Anfang November waren bei Hagenbeck umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor der Vogelgrippe ergriffen worden. Kurz nach Bekanntwerden des ersten Verdachtsfalls in Schleswig-Holstein hatten Tierpfleger damit begonnen, Flamingos und Pelikane in ihre Winterquartiere zu bringen. Bisher wurde in Hamburg bei sechs toten Vögeln Geflügelpest festgestellt.

Eekholt-Chef von Schenck hat unterdessen die leise Hoffnung, dass das schlimmste Szenario ausbleibt: „Anhand der aktuellen Fallzahlen in den betroffenen Regionen deutet zurzeit nichts auf eine explosionsartige Ausbreitung der Vogelgrippe hin.“

Von Bastian Modrow und Petra Stöver

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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Pelikane im Tierpark Hagenbeck.

Die Schließung mehrerer Zoos wegen Vogelgrippe-Fällen hat nach Angaben des Verbands der Zoologischen Gärten auch finanzielle Folgen. "Natürlich hat das ökonomische Auswirkungen", sagte Geschäftsführer Volker Homes am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

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