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Teenieliebe im Landeshaus

Vorlesewettbewerb Teenieliebe im Landeshaus

Im Plenarsaal des Landtags ging es am Dienstagnachmittag ausnahmsweise mal nicht um die große Politik. Neun Kinder aus ganz Schleswig-Holstein lasen um den Landessieg im Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

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Siegerin Ann-Sophie Meier (links) und die zweitplatzierte Sarah Ali (13) freuen sich über ihren erfolgreichen Auftritt im Plenarsaal des Landtages.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Teenieliebe, Elefanten, Füchse, stinkige Rentner und verlorene Väter hingegen spielten eine große Rolle. Ziel des Vorlesewettbewerbs ist es, die Lesekompetenz der Schüler zu fördern und vor allem die Leselust zu wecken.

Zuerst lasen die elf- bis 13-Jährigen Sechstklässler drei Minuten eine geübte Passage aus einem selbst gewählten Buch vor. Anschließend lasen die sechs Schüler der Regelschulen noch einmal zwei Minuten aus dem vom Börsenverein gewählten Buch „Foxcraft. Die Magie der Füchse“ der israelischen Autorin Inbali Iserles vor. Gewinnerin des Landeswettbewerbs ist Ann-Sophie Meier vom Lessing-Gymnasium aus Norderstedt. „Ich freue mich natürlich. Aber die anderen fand ich auch gut.“ Die Schülerin liest gern Geschichten über Schule und Freundschaften. Fantasy ist nicht so ihr Ding. „Ich mag lustige Geschichten.“

"Meistens lese ich abends vor dem Einschlafen"

Mit Finn-Ole Heinrichs Buch „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt: Mein kaputtes Königreich“ las sich die Zwölfjährige zum Bundesentscheid nach Berlin. Ihre Freizeit verbringt Ann-Sophie jedoch nicht nur über Büchern. Handball spielen, Reiten und Nähen gehören ebenfalls zu ihren Hobbies. „Meistens lese ich abends vor dem Einschlafen.“ So hat sie tagsüber genügend Zeit ihre sportliche und kreative Seite auszuleben. Mutter Maren Meier freut sich sehr mit ihrer Tochter. Die Leseleidenschaft hat Ann-Sophie wohl von ihr geerbt. „Wir haben ihr früher schon viel vorgelesen. Ich fand sehr gut, wie sie das gemacht hat.“

Wer mit ihr nach Berlin fährt, steht aber noch nicht fest; mit dem Sieg haben Ann-Sophies Eltern nicht gerechnet. Kornelia Bollen, ehrenamtliches Jurymitglied, hatte große Freude daran, den Kindern zuzuhören. „Am Ende machen aber die Feinheiten den Unterschied zwischen den Siegern aus.“ Die Geschäftsführerin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Carola Markwa war ebenfalls begeistert von den jungen Lesern. „Wie engagiert die Kinder lesen, das ist toll. Und auch thematisch, wir hatten von alten Geschichten bis Zeitgenössisches alles dabei.“ Vor allem freue sie sich darüber, dass die Zahl der beteiligten Schulen wieder steige. Um bei allen Schülern die Lesefreude zu fördern, gibt es in diesem Jahr eine zweite Siegerin aus den beteiligten Förderschülerinnen. „Inklusion steht auch auf unserer Agenda“, so Markwa, „ Im Juni haben wir dazu einen Workshop, um sie weiter voranzutreiben.“

Sarah liest am liebsten traurige Geschichten

Die zweite Siegerin des Nachmittags ist Sarah Ali von der Leif-Eriksson-Gemeinschaftsschule in Kiel-Mettenhof. Ihre Familie ist sichtlich stolz auf die 13-Jährige. „Die viele Konkurrenz war sehr gut. Am Anfang war Sarah etwas aufgeregt, aber sie war super,“ sagt Schwester Tara. Im Gegensatz zu Ann-Sophie liest Sarah am liebsten traurige Geschichten. Und wenn sie nicht gerade mit Lesen beschäftigt ist, zeichnet oder bastelt sie gern.

In Schleswig-Holstein beteiligten sich 270 Schulen mit insgesamt 22457 Schülern an dem Wettbewerb. Die vier Jungen und fünf Mädchen aus Schleswig-Holstein haben es über Schul-, Stadt-, Kreis- und Bezirksebene zum Landesentscheid geschafft. Auf diese Leistung können alle stolz sein. Und auch wenn die Entscheidung knapp war, so konnte sich jeder über ein Buchgeschenk samt Urkunde freuen.

Ob Ann-Sophie die beste der Teilnehmerin von deutschlandweit 7061 Schulen mit 569000 Teilnehmern wird, entscheidet sich am 22. Juni.

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Ein Artikel von
Fatima Krumm
Volontärin

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